Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Sonntag, 04. Dezember 2016

Ausgabe vom 04. Dezember 2012

Rady Amar kauft Lübecks Flughafen

Bei einer Pressekonferenz im Airport Lübeck erzählte der Investor was er vorhat

Großer Medienrummel am Flughafen-Blankensee: Der deutsch-ägyptische Investor Mohamad Rady Amar hat sich in der vergangenen Woche der Presse präsentiert. Die Bürgerschaft hat dem Geschäftsführer der Firma 3 Y Logistic mit den Stimmen von CDU, SPD, FDP, BFL und FUL den Zuschlag für den Flughafen gegeben.

Amar will in den kommenden fünf Jahren 20 Millionen Euro in den Airport investieren. Was der Investor vorhat, erzählte Amar mit seinem Berater Siegmar Weegen bei einer Pressekonferenz in Blankensee.

Zunächst sollen laut Weegen Terminal-Anlagen, Parkflächen und Vorfeldpositionen erneuert werden. Schon ab Januar solle alles, auch das provisorische Terminalzelt angepackt werden. Amar: „Das Zelt kommt weg.“

Der ägyptische Investor will schon in fünf Jahren die Ein-Millionen-Marke bei den Passagierzahlen knacken. Berater Weegen betonte: „Hier soll ein Flughafen weiterentwickelt werden, der internationalen Ansprüchen genügt.“ Geplant seien Flüge im Low-Cost-Bereich, touristische Flüge nach Ägypten und Marokko sowie Flüge für Geschäftskunden.

Das Konzept basiere auf drei Säulen, der Luftseite, dem Non-Aviation-Geschäft, also Laden- und Servicegeschäften im Flughafen und zusätzlichem Gewerbe, wie einem geplanten Hotel mit Konferenz-Center.

Hinsichtlich möglicher Risiken beim Flughafenkauf, wie einer Klage beim Betriebsübergang oder Problemen beim Planfeststellungsverfahren, erklärte Siegmar Weegen: „Wir halten die Risiken für vorhanden und beherrschbar.“

Zu einer Rücktrittsklausel im Kaufvertrag wollte sich der Investor nicht äußern: „Darüber dürfen wir nicht reden. Uns ist der Mund versiegelt“, so Weegen.

Die Lübecker Bürgerschaft beschloss am Donnerstagabend bei ihrer Haushaltssitzung den Verkauf des Flughafens an Amar in nicht öffentlicher Sitzung. Linke und Grüne wollten den Verkauf vertagen. Heidi Näpflein (Grüne): „Für uns reichte die Zeit, den Vertrag zu lesen in keinster Weise aus.“ Antje Jansen (Linke) sprach in diesem Zusammenhang von einer „überfallartigen Vorlage.“

Die anderen Fraktionen begrüßten den Verkauf des Flughafens. Thomas Rathcke (FDP) wünschte Amar viel Erfolg beim Ausbau des Flughafens. In Richtung Linke und Grüne sagte Rathcke: „Dies ist ein Sieg der Opposition“. In einer gemeinsamen Presseerklärung von CDU, FDP, BfL und FUL heißt es: „Diese Entscheidung wurde durch den erfolgreichen Lübecker Bürgerentscheid möglich gemacht. Die Bürgerschaftsmehrheit aus SPD, Grünen und Linken wurde von der Bevölkerung überstimmt. Ein Novum in der Geschichte der Lübecker Kommunalpolitik.“

Erleichterung auch bei den Flughafenmitarbeitern. Betriebsratvorsitzender Thorsten Hülse: „Wir freuen uns, dass nun endlich Klarheit herrscht und wir frohen Mutes in die Weihnachtszeit und ins neue Jahr gehen können.“ Jel

 

„Der Flughafen ist unverzichtbar“

Das sagen einige Bürger zum Verkauf des Flughafens

 

Claus Steinberg, Groß Sarau
„Ob Mohamad Rady Amar der richtige Investor für Blankensee ist, da bin ich mir nicht so sicher. Wichtig ist aber, dass die Hansestadt jetzt nicht mehr so viel zum Flughafen dazubuttern muss.“

Yvonne Kupffer, Lübeck
„Der Flughafen hätte schon lange verkauft werden müssen, denn der Airport hat die Lübecker schon genug gekostet. Wir brauchen den Flughafen für den Tourismus.“

Hans Joachim Fischer, Lübeck
„Der Flughafenverkauf ist gut für Lübeck. Der Airport muss erhalten bleiben. Ich halte ihn für unverzichtbar. Für das Hick-Hack in der Bürgerschaft habe ich kein Verständnis.“

Luiza Barbarewicz, Lübeck
„Das ist doch total klasse, dass der Flughafen nicht pleite geht, dann kann ich mit Wizz-Air auch weiterhin in meine Heimat Polen, nach Danzig von Lübeck aus fliegen.“

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