Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Donnerstag, 25. April 2019

Ausgabe vom 17. Februar 1998

Säcke sind Stein des Anstoßes

Matthias Kleinfeldt vom StadtPflege-Telefon zieht erste Bilanz

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Ganz Ohr: Matthias Kleinfeldt; Foto: Przywara

Wenn ausgediente Autoreifen in der Landschaft herumliegen, öffentliche Toiletten beschmiert sind oder hundehaufenweise Tretminen auf den Trottoirs eine Gefahr für arglos lustwandelnde Lübecker sind: Matthias Kleinfeldt nimmt die Anrufe der aufgebrachten Bürger entgegen und geht der Sache binnen 24 Stunden nach. "Ich bin für alles, was mit Schmutz zu tun hat, Ansprechpartner", erklärt der Mitarbeiter der Entsorgungsbetriebe, der seit Ende September neben seiner Arbeit als "Aufseher Straßenreinigung" das StadtPflege-Telefon bedient.

Bislang rund 200 Anrufe

Kleinfeldt - manchmal auch ein Kollege oder der Anrufbeantworter - nimmt die Anrufe montags bis freitags zwischen 6 und 14.30 Uhr entgegen und versucht, so schnell wie möglich Abhilfe zu schaffen. Rund 200 Anrufe sind bei ihm bislang aufgelaufen, seit es die Durchwahl 12 2 7777 gibt. Davon drehten sich allein 63 Beschwerden um die gelben Säcke: Entweder wurden sie für Hausmüll oder Kleidung zweckentfremdet, waren zum falschen Zeitpunkt an den falschen Ort gestellt worden oder ein Sturm hatte sie von der Sammelstelle weggeblasen. "Viele Straßenreiniger sind inzwischen mit Handys ausgestattet", so Kleinfeldt. Es gebe immer eine Möglichkeit, jemanden dort hinzuschicken, um den Stein - beziehungsweise Sack - des Anstoßes zu beseitigen.

Viele Anrufer (bislang 55) wollen lediglich eine Auskunft, beispielsweise zur Baumschutzverordnung. Kleinfeldt verbindet sie dann mit den Verwaltungsmitarbeitern, die mit dem jeweiligen Sachgebiet vertraut sind. Wildes Müllablagern steht auf Platz 2 der Beschwerdenliste. 34 Anrufe sind seit dem 22. September bei Kleinfeldt eingegangen, weil wieder einmal ein altes Sofa, ein Fahrradwrack oder eine Matratze die Landschaft verunzierte. "Wir sind mit Autos und Kranwagen gut bestückt, so daß diese Sachen meist schnell entfernt werden können", so Kleinfeldt.

Erste Maßnahmen einleiten

Es sei zwar nicht immer möglich, das Problem innerhalb von 24 Stunden aus der Welt zu schaffen. "Aber innerhalb dieser Frist kann ich schon mal die ersten Maßnahmen einleiten, indem ich die Zuständigen informiere." Sechs Anrufer beklagten sich über verschmutzte Container-Stellplätze. Beschwerden kamen über nicht abgeholten Sperrmüll, den schlechten Zustand von Straßen und Gehwegen oder andere Unzulänglichkeiten.

Schmierereien an Gebäuden

Ein großes Problem sind laut Kleinfeldt die Schmierereien an Gebäuden, vor allem an öffentlichen Toiletten. Privatfirmen sind mit der Reinigung der Bedürfnisanstalten beauftragt, Kleinfeldt macht alle zwei Tage einen Kontrollgang. "Irgendwas ist immer nicht in Ordnung", berichtet er. Entweder seien Glühbirnen zerschlagen, Toiletten verstopft oder Wände beschmiert. Der Graffiti-Sprüherei an den Außenwänden der öffentlichen Toiletten wollen die Entsorgungsbetriebe nun dauerhaft den Garaus machen. Ein Anfang ist an der Einrichtung an der Puppenbrücke gemacht worden. Dort sind die Außenwände vor kurzem komplett gereinigt und mit einer Beschichtung versiegelt worden. Neue Sprühattacken können von jetzt an leicht von den städtischen Mitarbeitern entfernt werden.

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