Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Sonntag, 21. Juli 2019

Ausgabe vom 13. Februar 2001

Politiker fordern "Aufklärung"

Nach der Entlassung Uwe Mantiks schlagen in Lübeck die Wellen hoch

Die Entlassung von Staatssekretär Uwe Mantik,42, am vergangenen Dienstag beschäftigt zunehmend Politik und Verwaltung der Hansestadt Lübeck. Dabei wird insbesondere diskutiert, ob Mantik in seiner Zeit als KWL-Chef Entscheidungen der Bürgerschaft beeinflußt haben könnte. Auch die Verbindungen zum VfB Lübeck werden untersucht.

Dabei gerät vor allem der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bürgerschaftsfraktion, Peter Reinhardt, zugleich Schatzmeister des Vereins, ins Visier: Er soll beispielsweise an Sitzungen teilgenommen haben, in denen es um Kontakte Mantiks zu Investoren ging. Zum Verständnis: Die Staatsanwaltschaft Lübeck hat wegen Bestechlichkeit einen Strafbefehl über 45 000 Mark gegen Mantik beantragt. Dabei geht es um Grundstücksgeschäfte im Zusammenhang mit dem Gewerbegebiet Genin-Süd und den Hochschulstadtteil. Laut Staatsanwaltschaft soll Mantik in seiner Zeit als Geschäftsführer des Koordinierungsbüros Wirtschaft Lübeck (KWL) Grundstücksgeschäfte mit Investoren über einen Hamburger Geschäftsmann abgeschlossen haben, der wie Mantik Mitglied im Wirtschaftsrat des VfB Lübeck war. Als Gegenleistung sollen Fördermittel für den VfB zugesagt worden sein.

Reinhard hat alle Vorwürfe gegen ihn zurückgewiesen. Dennoch fordert etwa Antje Jansen, fraktionsloses Mitglied der Bürgerschaft, Aufklärung darüber, "inwieweit die Politik in Gestalt von Peter Reinhardt, der offenbar als Mittelsmann zwischen Wirtschaftsrat und VfB fungiert, am Geschäftsgebaren von Uwe Mantik beteiligt war beziehungsweise in welchem Umfang er hiervon wußte."

Daneben will Jansen wissen, "aus welchen Gründen im Jahr 1999 dem VfB Lübeck 90 000 Mark Rückzahlungen an die Stadt erlassen wurden." Bislang, behauptet Jansen in einer Pressemitteilung, sei dieser Vorgang "immer im Dunkeln gehalten" worden. Und die CDU ließ verlauten, daß sie prüfen lasse, ob ein Sonderschuß der Bürgerschaft eingesetzt werden muß.

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