Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Sonntag, 21. Juli 2019

Ausgabe vom 13. Februar 2001

Viele Ideen für wenig Geld

Hansestadt beteiligt sich mit Güterbahnhofsfläche an Gestaltungswettbewerb

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Das Güterbahnhofsgelände. Der Wasserturm wird noch als Reservoir genutzt; Foto: T. Wewer

Der Güterbahnhof südlich der St. Lorenz-Brücke steht seit Jahren leer und deshalb ganz oben auf der Liste der Stadtplaner. Jetzt zeichnet sich eine Entwicklung ab: Die Hansestadt Lübeck beteiligt sich mit eben dieser Fläche an dem städtebau- lichen Planungswettbewerb "Europan 6". Bereits im Mai werden die Ergebnisse prämiert und dann könnte mit der Umgestaltung noch in diesem Herbst begonnen werden.

Der in rund 20 europäischen Ländern ausgelobte Wettbewerb, der alle drei Jahre durchgeführt wird, eröffnet jungen Architekten die Möglichkeit, sich in ihrem Fach erste Sporen zu verdienen. Die Gesamtkosten für die Lübecker Teilnahme belaufen sich auf rund 250 000 Mark, die überwiegend aus Landes- und Bundesmitteln sowie Zuschüssen der Deutschen Bahn und der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Trave aufgebracht werden. Die Stadt gibt lediglich
10 000 Mark dazu. Das sei "sehr gut angelegtes Geld", betonte Senator Dr. Volker Zahn vergangene Woche vor der Presse. Denn dafür bekomme die Stadt "eine Fülle von Gestaltungsideen." Bisher hätten europaweit 69 Architekten ihr Interesse bekundet. Erfahrungsgemäß würden davon etwa 40 einen Entwurf abgeben.

Die Fläche des Güterbahnhofs biete "beste Voraussetzungen für eine planerische und, weil anders als an anderen Wettbewerbs-Standorten komplett verfügbar, kurzfristig oder später auch bauliche Umsetzung", erläuterte Zahn. "Das könnte zur Initialzündung in St. Lorenz
werden."

Die Fläche ist rund zehn Hektar groß. Daraus sollen Teil-flächen von einem halben bis drei Hektar abgeleitet werden, die Potentiale für konkrete Umsetzungen bieten. Das Plangebiet grenzt südlich an die Rückseite der Bebauung Schützen- straße, nördlich an verbleibende Gleisanlagen.

An Nutzungen sind Gewerbe, Büros und Dienstleistungen, Freizeit und Kultur, Grünflächen und in Teilbereichen Wohnen vorgesehen. Den Teilnehmern sollen allerdings "im Interesse einer freien Ideenfindung keine allzu engen Vorgaben mitgegeben werden", so Zahn.

Das Lübecker Preisgericht entscheidet Anfang Mai über die bis dahin eingereichten Entwürfe. Die "Sieger" kommen in die nationale Endauswahl der Arbeiten. Die Abschlußveranstaltung des gesamten Wettbewerbs findet auf europäischer Ebene im Dezember statt.

Die Realisierung in Lübeck ist allerdings nicht vom nationalen beziehungsweise internationalen Abschneiden des "Sieger"-Entwurfs abhängig, sondern vielmehr von der Deutschen Bahn als Eigentümerin der Fläche. Diese habe ihm bereits signalisiert, daß ihr an einer schnellen Umsetzung gelegen sei, unterstrich Zahn mit Blick auf die Hinhaltetaktik beim Bahnhofsumbau. Was ihn bei dieser Planung so optimistisch mache, so Zahn, sei die Tatsache, daß die Bahn sich mit immerhin 50 000 Mark an den Wettbewerbskosten beteilige.

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