Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 17. Juni 2019

Ausgabe vom 27. März 2001

"Der Tierpark hat eine Zukunft"

Verhandlungen mit Investorin abgebrochen - Senatorin stellt neue Pläne vor

Der Tierpark in Israelsdorf kommt nicht aus den negativen Schlagzeilen heraus. Nach dem umstrittenen "Zoo-Test" des Hamburger Magazins "stern", in dem die lübsche Einrichtung auf dem letzten Platz landete (mit der Empfehlung, ihn sofort zu schließen), im vergangenen Sommer, hatte Umweltsenatorin Dr. Beate Hoffmann gemeinsam mit der Tierparkgesellschaft eine Arbeitsgruppe eingerichtet, um ein (Überlebens-)Konzept für den Tierpark zu erstellen. Dieses Konzept wurde im Februar von der Bürgerschaft verabschiedet - im Vertrauen auf eine Investorin, die bereitstehen sollte, um 300 000 Mark zu investieren. Doch diese Pläne - und damit auch der unterschriftsreife Vertrag zwischen Tierparkgesellschaft und Investorin - haben sich endgültig zerschlagen. Gegen die Sprecherin des Investors liegt ein Haftbefehl vor. Als der Tierparkgesellschaft dies bekannt wurde, hat sie die Vertragsverhandlungen sofort ausgesetzt, bestätigt der zweite Vorsitzende, Bernd Nagel.

Damit nicht wieder über die Schließung des Tierparks geredet werde, wolle man "versuchen, die Karre aus dem Dreck zu ziehen", so Nagel. Gemeinsam mit der Umweltsenatorin und dem Experten Dr. Jürgen Güntherschulze, der für die Stadt ein Gutachten über den Tierpark angefertigt hatte, suche man nach einer Lösung des Problems.

Bereits am heutigen Dienstag will die Senatorin den aktuellen Sachstand im Hauptausschuß vortragen. Deshalb hält sie sich noch bedeckt: "Ich möchte nicht, daß die Politiker das Ergebnis unserer Verhandlungen aus der Zeitung erfahren." Sie sei aber davon überzeugt, daß "der Tierpark in Lübeck eine Zukunft hat."

Aber vermutlich nicht mit dem jetzigen Betreiber-Ehepaar. Es sei nicht bereit, die Erfahrungen und Vorschläge der Experten zu akzeptieren. "Unter diesen Umständen kann ich der Tierparkgesellschaft nicht raten, an den Lehmensiecks festzuhalten", so Hoffmann.

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