Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Freitag, 19. April 2019

Ausgabe vom 27. März 2001

Lübeck macht aus Wasser-Lage nichts

Zu: "Eine fast unendliche Geschichte". SZ vom 13. März

Wie sehr schön dargestellt wird, hatten wir es bisher mit einer halbwegs unendlichen - weil "nur" hundertjährigen - Geschichte der städtischen Travequerung zu tun. Senator Dr. Volker Zahn's Stadtplanung läßt manchmal den skurrilen Wunsch nach einer Rückkehr von Herrn Stimmann aufkommen, denn nun wird es wirklich eine unendliche Geschichte: All die Argumente, mit denen in der Vergangenheit gegen die Herrenbrücke geschossen wurde - wo sind sie nur bezüglich dieser "Niederflurbrücke"? Wie geht ein solcher Unfug nur durch alle Gremien?

Ich weiß, das ist selbstredend eine rhetorische Frage in dieser Stadt, die in größten (wirklich?) Finanznöten es sich nicht entgehen läßt, einem Literatur-Millionär einen millionenschweren Verkaufsraum zu schenken.

Was nützt all das Gerede von Verkehrsinfrastruktur, wenn man anscheinend unfähig ist, die Zukunft des Binnenschiffsverkehrs in seine Erwägungen einzubeziehen? Warum dann noch die Forderung nach Ausbau des Elbe-Lübeck-Kanals?

Mal ganz abgesehen von den hinter der Brücke befindlichen Liegeplätzen für die Kreuzfahrer.

Mal ganz abgesehen von den vielen vorprogrammierten Staus des Straßenverkehrs an einer dermaßen empfindlichen Stelle.

Jedes Sportboot wird einen enormen Verbrauch von Energie provozieren - auf Jahrzehnte werden sich die Lübecker dann mit diesem wahren "Jahrhundertbauwerk" herumärgern.

All das wäre unnötig, wenn die natürliche Höhe des Sandbergs genutzt würde, eine Hochbrücke über die Trave zu spannen. Lübeck ist eine der ganz wenigen Städte weltweit, die ihre Lage am Wasser nicht für eine markante und ästhetisch ansprechende Hochbrücke genutzt hat.

Noch besser wären zwei Hochbrücken zum Preis eines Tunnels.

Peter Wolter, Lübeck

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