Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Donnerstag, 25. April 2019

Ausgabe vom 27. März 2001

Ein effektiver Publikumsmagnet

Zu: "Segelnde Passat soll für Travemünde werben". SZ vom<br>27. Februar

Der Verein möchte das Schiff segeln lassen und aktiv betreiben. Was könnte dabei für Travemünde herausspringen? Ganz einfach: Eine segelnde "Passat", die in den vier Sommermonaten nur Tagestörns unternimmt, stellt doch einen effektiven Publikumsmagneten dar.

Ein segelndes Schiff ist doch ein lebendiges Schiff, welches die Menschen auch von weit her anlockt. Erfahrungen anderer Städte beweisen das.

Zum Beispiel Wilhelmshaven: Es existieren Verträge mit segelnden Schiffen, die Wilhelmshaven in ihrem Törnplan als festen Bestandteil mit aufgenommen haben. Steht der Besuch eines dieser Schiffe an, werden Fahrten mit Bussen von weit her - zum Beispiel Nordrhein-Westfalen - organisiert, damit Touristen mal ein segelndes und aktives Schiff bestaunen können. Die Anzahl der Tagesfahrten mit solchen Seglern ist in den letzten zwei Jahren um 80 Prozent gestiegen. Ganz nebenbei brauchen diese Menschen von außerhalb auch ein Hotel, kaufen sich Souvenirs, etc.

Welcher Ladenbesitzer, Restaurantbetreiber, Souvenirverkäufer oder Hotelbesitzer hat etwas dagegen, wenn sein Umsatz steigt? Das ist doch das Prinzip eines jeden Unternehmers.

Der Verein hat sich außerdem zum Ziel gesetzt, die Jugendarbeit zu fördern. Jugendliche sollen die Chance bekommen, zum Beispiel Teamfähigkeit zu erlernen. Kleine, mittelständische und große Unternehmen legen heutzutage Wert auf solche Merkmale. Projekte anderer Segelschiffe zeigen, was man damit alles erreichen kann.

"PASSAT sailing" hat auf Anfrage der Hansestadt Lübeck ein festes Fundament geschaffen, das genug Tragfähigkeit für die weitere Vor- gehensweise besitzt. Es handelt sich dabei um eine Machbarkeitsstudie, die besagt, daß es auf jeden Fall möglich ist, das Schiff umzubauen.

Die erste Stufe beinhaltet, daß die Hansestadt Lübeck sagt, das Schiff darf wieder segeln, wenn bei den folgenden Stufen nachgewiesen werden kann, daß bei einer segelnden "Passat" wirtschaftliche Vorteile für die Stadt bestehen und daß die statischen Eigenschaften des Schiffes immer noch einen sicheren Segelbetrieb ermöglichen.

Zum Schluß sei noch einmal klargestellt, daß "PASSAT sailing" kein "Millionärs-Club" ist, sondern auch nur aus ganz normalen sterblichen Mitgliedern besteht. Jeder kann auf dem Schiff mitsegeln, ob Mitglied oder nicht.

Finanziert werden soll das ganze Projekt durch Sponsoren, Spenden und Mitsegler. Die Annahme, daß der Steuerzahler damit belastet werden soll, ist absolut falsch. Im Gegenteil: Der Steuerzahler soll sogar entlastet werden.

Alexander Zaradny, Lübeck

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