Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 17. Juni 2019

Ausgabe vom 27. März 2001

"G wie Gewalt oder G wie Gleichstellung?"

SPD

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V.i.S.d.P.: Gabriele Hiller-Ohm

Der Titel der Veranstaltung ließ bereits auf das breite Feld des Themas schließen, zu der die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen und Frauen von Bündnis 90/Die Grünen Lübeck die schleswig-holsteinische Justiz- und Frauenministerin Anne Lütkes in die Geschwister-Prenski-Schule eingeladen hatten. Die Diskussion wurde an diesem Abend von Prof. Dr. Angelika Henschel geführt. Mit einigen der Fragestellungen wird sich auch die Bürgerschaft befassen müssen: Die Rolle der Gleichstellungsbeauftragten in der zu erwartenden Kommunalverfassungsreform und Chancen und Grenzen des "Gender Mainstreaming".

Zu 1: Als einer der wichtigsten zu klärenden Punkte innerhalb einer Auseinandersetzung über eine Kommunalverfassungsreform wurde hier die Frage nach dem aufschiebenden Vetorecht einer solchen Stelle genannt. Soll sie deshalb direkt dem Bürgermeister oder dem Hauptausschuß angegliedert sein? Wie muß sich eine arbeitsrechtliche Absicherung der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten gestalten?

Zu 2: Hierzu Gisela Heinrich vom Lübecker Frauenbüro: Es handelt sich in politischen Entscheidungsprozessen nicht mehr darum, einen fertigen Zopf am Ende mit einem "lila Schleifchen" zu versehen, sondern Belange und Interessen von Frauen als "lila Haarstrang" von Anbeginn an mit einzuflechten. Wobei es nicht darum gehe, eine neue Konkurrenz zur bestehenden Frauenförderung aufzubauen.

Die "Barrieren für Frauen", symbolische Pappkartons, über die sich die Ministerin erst Zugang zur Veranstaltung schaffen mußte, machten die hohe Aktualität der frauenspezifischen Sachfragen und Problemstellungen deutlich.

"Gender Mainstreaming", kommunale Gleichstellungsbeauftragte, beschäftigungspolitische Vorhaben für Frauen, Frauen in der Informationsgesell- schaft, Existenzsorgen nichtbehinderter wie behinderter Frauen, Gewalt gegen Frauen, Fragen nach der speziellen Förderung von Frauenprojekten - all die Themen zeigten aber auch, daß die SPD in der Lübecker Bürgerschaft die Themen besetzt, die es im Interesse der Gleichstellung in der Gesellschaft von heute zu beantworten gilt.

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