Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Sonntag, 18. August 2019

Ausgabe vom 05. Juni 2001

Grünes Licht für Grass-Haus

Kulturstiftung erweitert Focus auf den zweiten Literatur-Nobelpreisträger der Stadt

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Günter Grass und sein Haus in Lübeck; Fotos: M. Erz/M.Rulfs

Lübeck wird ein Günter-Grass-Haus einrichten. Bereits am 16. Oktober 2002, dem 75. Geburtstag des Literatur-Nobelpreisträgers, soll die Einrichtung eröffnet werden. "Ab sofort beginnt die Arbeit", freute sich Kultursenator Ulrich Meyenborg nach der Bürgerschaftssitzung am vergangenen Donnerstag. Die Ratsversammlung der Hansestadt hatte im nichtöffentlichen Teil der Sitzung bei nur einer Gegenstimme grünes Licht für das künftige Literatur- und Kunstinstitut in der Glockengießerstraße 21 gegeben.

Umstritten war am Schluß nur die endgültige Formulierung der Beschlußvorlage, die bei Gesamtkosten von 4,2 Millionen Mark ursprünglich einen Eigenanteil der Hansestadt von rund 360 000 Mark vorgesehen hatte. CDU und B90/Die Grünen setzen am Ende einen Zusatzpassus durch, der "Kostenneutralität" für die Hansestadt zwingend vorschreibt - was nicht nur für Freude sorgte.

Ein tragfähiger Kompromiß?

So sprach die SPD am Ende von einer Kröte, die man im Interesse des Projektes habe schlucken müssen. Und Günter Grass zeigte sich irritiert, ja verärgert. "Die Hansestadt ist an mich herangetreten, nicht umgekehrt. Sie kann sich jetzt nicht völlig freistellen von Leistungen", sagte er auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der Hansestadt im Buddenbrookhaus am Freitagnachmittag.

Dauerhafte Verpflichtung

Der Bürgermeister und sein Senator versuchten Grass zu besänftigen. "Wir sind uns sehr wohl bewußt, daß wir eine Verpflichtung zur dauerhaften Betreuung Ihrer Werke übernehmen", sagte Bernd Saxe. "Das ist eine Aufgabe, die uns für Jahrhunderte auferlegt ist." Und Meyenborg bekräftigte: "Wir übernehmen durch den Vertrag mit Günter Grass eine Verantwortung nicht nur für Lübeck, sondern für das ganze Land, ja für die ganze Welt."

Meyenborg dankte dem Schriftsteller, daß er trotz der unerfreulichen Diskussion in der

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