Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 24. April 2019

Ausgabe vom 05. Juni 2001

Editorial

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Gäbe es ein Wort der vergangenen Wochen, dann wäre das "kleinkariert". Dabei bedeutet kleinkariert laut Duden in der ersten Bedeutung nur "mit kleinem Karomuster". In Lübeck wurde das Adjektiv dagegen in der umgangssprachlichen Zweitbedeutung benutzt und aus dem Zusammenhang gerissen.

Abwertend - in Klammern gesetzt - erklärt das Deutsche Universalwörterbuch kleinkariert als "kleinlich, engstirnig, ohne jede Großzügigkeit, spießbürgerlich".

Was aber hatte nun Kulturstaatsminister Julian Nida-
Rümelin tatsächlich gesagt? In der dpa-Meldung zum Grass-Haus heißt es wörtlich: "Ich kann mir nicht vorstellen, daß die Stadt Lübeck so kleinkariert ist, diese Chance zu verspielen." Nida-Rümelin machte also keineswegs den Lübeckerinnen und Lübeckern den Vorwurf, kleinkariert zu sein, sondern er sprach vielmehr davon, er könne sich das eben nicht vorstellen.

Auch andere Personen geraten in Lübeck schnell in den Verdacht, kleinlich zu sein. Umweltsenatorin Dr. Beate Hoffmann ist dabei häufig ein prominentes Opfer. Dabei reagierte sie nun auf die heftige Kritik am Fischsterben beileibe nicht engstirnig: Vielmehr kündigte sie jetzt an, alles zu tun, damit sich das Fischsterben nicht wiederholt. Dazu wolle sie Sedimentproben entnehmen, die Gewässer untersuchen lassen, und und und ... Über soviel Weitsicht freut sich

Ihre SZ-Redaktion

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