Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 17. Juni 2019

Ausgabe vom 05. Juni 2001

Wochenmärkte sollen attraktiver werden

Stadtverwaltung gibt der Bürgerschaft einen Überblick über die Situation

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Ein Maimorgen: Der Brink füllt sich allmählich mit Kundschaft. ; Foto: M. Rulfs

"Attraktivitätssteigerung der Lübecker Wochenmärkte" heißt ein Bericht des Fachbereichs Wirtschaft und Soziales, den die Bürgerschaft in ihrer Sitzung am 31. Mai zur Kenntnis genommen hat. Er untersucht die einzelnen Wochenmärkte und kommt zu dem Schluß, daß die Situation in einzelnen Punkten verbessert werden könnte, gibt allerdings auch zu bedenken, daß viele Lübecker Wochenmärkte in erster Linie den Bedarf der Bürger decken und daher eine sogenannte "Attraktivitätssteigerung" gar nicht nötig haben.

Kritik am Wochenmarkt

Kritisch beurteilten Kundinnen und Kunden unter anderem den Zustand einiger Plätze - insbesondere des Meesenplatzes - die mangelnde Frische der Dienstags-Waren, fehlende Abstellmöglichkeiten für Fahrräder und Waagen ohne für die Kunden ablesbare Preise und Gewichte. Bemängelt wurde außerdem, daß viele Fleisch- und Fischhändler keine Schutzhandschuhe trügen und mit Geld in Berührung kämen. Weiterhin bemängelt wurden zu hohe Preise, beschränkte Angebote an Imbißständen, zu geringe Auswahl an Waren am Wochenanfang und fehlende Sitzgelegenheiten.

Da es mehr "gastliche Treffpunkte" geben könnte, haben Schüler und Schülerinnen der Carl-Friedrich-von-Rumohr-Hotelfachschule Vorschläge gemacht, wie und mit welchem Angebot Imbiß-Stände attraktiver gestaltet werden könnten.

Für die einzelnen Wochenmärkte stellt der Bericht unter anderem fest:

*Der "Markt" ist zu etwa 90 Prozent ausgelastet. Die Zufallskundschaft und Touristen kaufen nicht die typischen Wochen-
marktprodukte; daher ist dieses Angebot reduziert, was Wochenmarktkunden verärgert. Der Markt ist sowohl als Wochenmarkt als auch als Veranstaltungsort sehr beliebt; Marktbeschicker und manche Veranstalter lehnen den Koberg als Alternative ab - zum Beispiel, wenn ab Herbst gebaut werden soll - und bevorzugen stattdessen den Schrangen oder die Breite Straße.

*Von Mai bis September gibt es auf dem Koberg an Sonnabenden im Wechsel Kinderfloh-
markt, Markt für Frauen, Spielzeug-, Kunst- und Weinmarkt sowie Märkte sozialer Einrichtungen. "Grundsätzlich sollte (...) auf dem Koberg eine ständige und unverwechselbare Imbißmöglichkeit gegeben sein. (...) Ferner sollte (...) ein großer Blumen- und Pflanzenstand aufgestellt sein," heißt es im Bericht.

*Der Brink ist zu 80 Prozent ausgelastet; er wird von vielen Lübeckern als der attraktivste Wochenmarkt angesehen.

*Der Brolingplatz ist zu 55 Prozent ausgelastet; sonnabends gibt es viel Verkehr und zu wenig Parkplätze.

*Die Fläche des zu 75 Prozent ausgelasteten Meesenrings "befindet sich in einem extrem schlechten Zustand, die Randbereiche sind verdreckt, verkotet und nicht betretbar". Dennoch wird er von der Bevölke-
rung nicht zuletzt wegen der vielen frischen Waren gut angenommen. Die geplanten Umbaumaßnahmen lassen noch auf sich warten; trotzdem müßten die Toilettenanlagen kurzfristig saniert werden.

*Der Markt am Hasenweg, zu 70 Prozent ausgelastet, wird von den Bewohnern sehr geschätzt, da Einzelhandelsgeschäfte fehlen und er den Bedarf an Lebensmitteln deckt.

*Der zu 30 Prozent ausgelastete Hanseplatz hat dienstags ein sehr begrenztes Angebot.

*In Moisling, zu 55 Prozent ausgelastet, kritisiert die Kundschaft zu hohe Preise.

*Der Markt in Buntekuh ist mit 80 Prozent gut ausgelastet.

*Die Verlegung des Marktes in Travemünde auf den Parkplatz "Am Baggersand" hat sich für die Händler sehr günstig ausgewirkt. Eine gewünschte dauerhafte Verlegung erfordert Investitionen in Toiletten, Wasser, Entwässerung und Strom.

*Geplante Veränderungen in Kücknitz können wegen der Haushaltslage zur Zeit nicht verwirklicht werden.

*Es ist im Gespräch, in Schlutup in der Straße Dovensee einen Markt einzurichten.

Da die bisher genutzte private Marktfläche an der Hauptstraße in Kücknitz zum Ende des Jahres gekündigt wurde, nahm die Bürgerschaft einen SPD-Antrag an, daß ein Konzept erstellt werden solle, wie der Wochenmarkt weiterzuführen sei.

Ebenfalls einstimmig angenommen wurde ein Antrag der CDU, daß bis zur nächsten Bürgerschaftssitzung ein Konzept erstellt werden solle, wie die Schlaglöcher auf dem Meesenplatz beseitigt werden können und wie sichergestellt werden kann, daß die menschenunwürdigen Toiletten kurzfristig saniert werden.

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