Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Samstag, 20. April 2019

Ausgabe vom 05. Juni 2001

Gründliche Analysen sind gefordert

Zu: "Tausende tote Fische: Warum?". SZ vom 22. Mai

Dankbar registriert das gute Dutzend aktiver Lübecker Umweltschützer den Aufmacher der Stadtzeitung vom 22. Mai. In verkürzter Form wird dennoch der Ernst der lokalen Situation deutlich gemacht. Dahinter steckt die intensive Arbeit von fast einem halben Jahr, in welchem wir alles versucht haben, die Bürger zu informieren und die dazu berechtigten Behörden zum Handeln zu bringen.

Daß wir streckenweise Spott einstecken mußten, gehört sozusagen zum Handwerk. Daß wir abenteuerliche Geschichten über mordende Vögel von "Fischfachleuten" aufgetischt bekamen - was soll's! Aber daß wir eine Umweltdezernentin in Lübeck erdulden sollen, die eine akademische Ausbildung als Juristin und Biologin vorweisen kann und die dann derart inkompetent auf diese Alarmzeichen reagiert - daß halte ich für eine grobe Vergeudung von Steuergeldern. In meinem Bereich würde ich diese Person fristlos entlassen!

Seit einem halben Jahr fordern wir gründliche Analysen über dieses Massensterben von Fischen und Amphibien als Voraussetzung für eine wissenschaftliche Diskussion des Standes der Verseuchung des oberen und des unteren Grundwasserleiters sowie eines Entwurfes der nötigen Maßnahmen zum Erhalt eines Wasserspeichers von rund 170 Quadratkilometern Fläche als Erbe für unsere Kinder und Enkel.

Die Senatorin hat nichts unversucht gelassen, die gesamte Affäre herunterzuspielen und sich teils geweigert, Analysen zu bestellen - teils falsche Ergebnisse in Umlauf gebracht.

Die Bürgerschaft wurde unterrichtet, es seien (April) insgesamt 30 Kilogramm toter Fisch angefallen, während jeder Lübecker sehen konnte, daß die tägliche Menge bereits höher liegt. Bei solch einer Politik der Vertuschung müssen wir nun wiederum - auch ohne Nachweis - stärker unsere These betonen, daß als wahrscheinlichste Quelle der Verseuchung die (derzeit gesperrte) Giftmülldeponie Schönberg in Frage kommt. Eine Dezernentin, die sich trotz beängstigender Zustände der lokalen Natur weigert, Sedimentproben untersuchen zu lassen und solches uns überläßt, gehört schnellstens zum Schutz der Lübecker Menschen und Tiere suspendiert.

Peter Wolter, Lübeck

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