Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Freitag, 19. April 2019

Ausgabe vom 05. Juni 2001

Stadtzeitung hat sich bewährt - trotzdem droht das Aus

Bündnis 90 / Die Grünen

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V.i.S.d.P.: Hans-Jürgen Schubert

Als die "Lübecker Stadtzeitung" in der vergangenen Wahlperiode gegründet wurde, gab es nicht nur vorbehaltlose Zustimmung. Aber auf der Grundlage eines Redaktionsstatuts, das eine kritische Berichterstattung fordert, greift die Redaktion auch strittige Themen auf und berichtet vor wichtigen Entscheidungen über Vor- und Nachteile möglicher Folgen. Das Für und Wider der neuen Marktbebauung ist ein gelungenes Beispiel aus jüngster Zeit. Auch die Berichterstattung über die Bürgerschaftssitzungen ist ausgesprochen informativ. Schon im Vorfeld wird über eine große Anzahl von Anträgen und Themen berichtet. Das sogenannte "Amtsblatt" hat sich als eine fast ganz normale Wochenzeitung erwiesen, die ihre Rolle in sinnvoller Ergänzung zur hiesigen Tageszeitung spielt. Selbst ein heißes Thema wie das Fischsterben im Mühlenteich ist kein Tabu!

Lübecker BürgerInnen werden kostenfrei und ausführlich über alles Wichtige in der Stadt informiert, von der Kommunalpolitik über Aktivitäten einzelner Initiativen bis zu kulturellen Ereignissen. So müßte es sich weiter entwickeln.

Aber der Redaktionsleiter konnte sich beruflich verbessern und verließ Lübeck. Seither muß die Zeitung mit dünner Personaldecke arbeiten. Der Bürgermeister weigert sich, die vakante Leitungs-Stelle wieder zu besetzen und nimmt offenbar bewußt die Überarbeitung der MitarbeiterInnen in Kauf.

Nicht am falschen Platz sparen

Kaum ein anderes "Amtsblatt" in Deutschland arbeitet so sparsam mit so wenig Personal. Wenn keine Neu-Einstellung erfolgt, besteht die große Gefahr, daß durch die fehlende Redaktions(leiterIn)-Stelle die Existenz des Blattes gefährdet wird. Denn eine Zeitung mit journalistisch verminderter Qualität würde weniger gelesen, hätte dann ein geringeres Annoncen-Aufkommen und somit keine sichere wirtschaftliche Basis mehr.

Die Stadtzeitung als Informationsquelle über Lübecker Politik und Kultur muß erhalten werden. Bürgermeister Saxe sollte hier nicht schon wieder am falschen Arbeits-Platz sparen.

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