Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Donnerstag, 23. Mai 2019

Ausgabe vom 03. Juli 2001

Editorial

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Wir geben es gerne zu:Wir sind privilegiert! Wir dürfen im Herzen der Stadt in einem historischen Gebäude arbeiten. Noch ist zwar nicht klar, ob wir weichen müssen - nein nicht, weil die SZ ihr Erscheinen einstellt, das Frauenbüro und die Bürger-info aufgelöst werden. Nein, weil ja erneut geprüft werden soll, ob das Kanzleigebäude seiner exponierten Lage wegen nicht doch eher kommerziell genutzt, sprich an Gewerbetreibende vermietet werden sollte. Sie erinnern sich noch an den Bürgerschaftsbeschluß?

Wir sind deshalb privilegiert, weil wir das ganze Jahr über Musik hören dürfen. Bei den einfach verglasten Fenstern, durch die es in geschlossenem Zustand so nett zieht und die wir jetzt weit aufreißen müssen, um etwas Abkühlung zu kriegen, erleben wir das ganze Spektrum künstlerischer Darbietungen auf Schrangen und Breiter Straße. Besonders freuen wir uns über die Blaskapellen, von denen derzeit eine die andere ablöst; besonders über die, die nur jeden zweiten Ton treffen. Was macht da schon, daß die zwar für Touristen, die nur wenige Minuten zuhören, eine willkommene Abwechslung sind, für uns - wir warten schon gespannt auf die bösen Leserbriefe der ach so hypersensiblen städtischen Beschäftigten wegen - und die Verkäuferinnen und Geschäftsleute rund um den Schrangen jedoch ein Graus. Ein scheibenklirrendes Tsching- derassassa trompetet
Ihre SZ-Redaktion

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