Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Donnerstag, 21. März 2019

Ausgabe vom 03. Juli 2001

Ungenügend oder mangelhaft?

Zu: "Baustellen" sowie "Schmetterlingsbrücke in allen Belangen als öffentliche Brücke für Fußgänger geeignet", SZ-Bürgerschafts- stenogramm

Der geneigte Steuerzahler fragt sich nun doch langsam, ob die behördliche Aufsicht über städtische Bauaufträge die Note ungenügend oder doch mangelhaft bekommen müßte.

1. Die endlose Geschichte einer neuen Fußgängerbrücke im Godewindpark in Travemünde endete damit, daß sie zuerst nicht für Behinderte und jetzt aktuell nicht für Rollstuhlfahrer geeignet ist. Dafür hat man spezielle Schilder anfertigen lassen und nicht etwa dem holländischen Hersteller die Brücke zurückgeschickt. Besser wäre natürlich gewesen, den Mangel zu beheben, als ihn nun für die nächsten Jahrzehnte zu verwalten.

2. Dann ist da noch die Geschichte mit der Kurgartenstraße. Zuerst wird der Fußweg und der Parkstreifen gebaut, und dann obendrauf eine Behelfsstraße. Selbstverständlich fahren auch die Linienbusse über diese Trasse - bis ein Fußgänger oder Radfahrer zu Schaden kommt. Vielleicht rutscht ja auch mal ein Doppeldeckerbus ab und stürzt etwa in den Eingang der Schlachterei Lohff!

Die Durchfahrt ist grund- sätzlich natürlich für den Individualverkehr verboten, aber das kümmert niemanden. Warum auch? Mir stellt sich die Frage, wo sind hier die Verantwortlichen der Polizei bzw. der Verkehrsordnungsbehörde, um diese schlimmen Zustände zu beenden?

3. Zu guter Letzt werden in Travemünde neue Stege ins Wasser gebaut. Diese werden natürlich so konstruiert, daß die scharfkantigen Stützrohre und Stahlträger zu sehen sind. Wenn jemand ins Wasser springt oder stürzt, wird er sich mit hoher Wahrscheinlichkeit schwerste Verletzungen zuziehen. Warum baut man nicht Stege, wie überall sonst auch, wo die Planken den Unterbau bedecken, damit eben die Unfallgefahren deutlich reduziert werden?

Bei Ihrem nächsten Besuch in Travemünde werden Sie feststellen, daß diese Zustände leider nicht aus dem Fabelbuch stammen, sondern Travemünder Alltag sind.

Peter Stoltze, Lübeck

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