Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 23. April 2019

Ausgabe vom 21. August 2001

Hochtrabende Pläne schnell fallen lassen

Zu: Diskussion um Marktbebauung und Bedenken von Icomos bzw. Unesco;SZ vom 24. Juli 2001 und weitere

Die Reaktion von Bürgermeister Saxe auf den "blauen" Brief von Herrn Professor Dr. Petzet, Präsident von Icomos, ist wohl allen Lübeckern und auch uns Travemündern unverständlich!

Sicher, das ehemalige Postgebäude am Markt und das einstige "Stadthaus" waren wahrlich keine "Weltkulturerbe-Objekte", was aber würde Herr Saxe von der Möglichkeit halten, diese Gebäude innen zu erneuern, die Fassade aber stabilisieren zu lassen und dem Rathaus angepaßt außen zu verklinkern?

Ich unterstelle einmal, daß Herr Saxe möglicherweise Danzig - nach dem Krieg - nicht kennt, sonst hätte er da die beste Lehrmethode, wie man mit Häusern - speziell in historischem Umfeld - baulich umgehen kann! Vielleicht sollte Herr Saxe ja einmal den von ihm so heiß gepriesenen Bausenator Dr. Zahn hinschicken, um zu verhindern, daß man mit Lübeck die gleichen "Methoden" des baulichen Niedergangs praktiziert, wie es der Bürgermeister hier ebenfalls vorhat! Erst kamen die Casinoräume ran, dann das Kurhaushotel, mit einem "einseitigen" Versprechen Herrn Graf gegenüber von Herrn Saxe. Und jetzt, da Herr Saxe die "Discozeit" gemäß seiner Zusage dem Investor gegenüber nicht einhalten konnte, aber nicht gewillt war, Herrn Grafs finanzielle Forderungen zu erfüllen - aus der Tasche des Bürgermeisters versteht sich - da darf sich Matthias Graf nun auf das "marode" Aqua-Top stürzen!

Ganz zu schweigen von dem geplanten Verkauf unserer geliebten Badewiese! Man kann für dieses Vorhaben, so es der Bürgermeister - (hoffentlich nicht!) realisieren kann, nur hoffen, daß der Bürgermeister dann von den Eigentümern der Kaiserallee mehr als genug Klagen bekommt, die sich die Bebauung niemals gefallen lassen werden, da man denen mit Sicherheit eine derartige Planung niemals in Aussicht gestellt hatte!

Aber gerade wir Travemünder wissen ja zu genau, was von Versprechen des Bürgermeisters zu halten ist. "Ich werde das Casino zur Chefsache machen!" Oh Pardon, Herr Saxe hatte ja von ganz Travemünde gesprochen! Und wir waren so dumm, ihm das zu glauben!

Herr Saxe sollte sich doch bitte einmal die mecklenburgischen Ostseestädte ansehen, wie man da bemüht ist, den alten Charme wieder erstehen zu lassen! Sei es Heiligendamm, Heringsdorf oder Ahlbeck und Zinnewitz! Auch Warnemünde hat endlich wieder seinen wundervollen Kurpark mit einem neuen Musikpavillon und sogar einem Kurorchester! Dort gibt es auch keinen Bausenator Zahn, dafür aber einen Friesen als OB!

Mein Appell an den Bürgermeister lautet daher:"Lassen Sie bitte endlich Ihre hochtrabenden Pläne fallen, die wahrlich nicht bürgernah und freundlich sind! Pfeifen Sie Ihre Mannschaft mit den gleichen Ansichten wie die Ihren zurück und sorgen Sie dafür, daß LÜBECK Weltkulturerbestadt bleibt und auch dafür, daß aus "ASCHENPUTTEL-münde" endlich eine Goldmarie wird."

(...) wir Travemünder fragen uns von Tag zu Tag mehr, womit wir das alles verdient haben. Das S in der Partei des Bürgermeisters heißt doch "sozialdemokratisch", wie auch das D "demokratisch" heißt, oder sollte es insgeheim "diktatorisch" heißen und somit ein Bürgermitspracherecht ausschließen? Dann sollten wir Bürger Lübecks und Travemündes gut daran tun, die Abwahl des Bürgermeisters zu beantragen!

Liselotte Schröder, Travemünde

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