Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 26. Juni 2019

Ausgabe vom 11. September 2001

Zwei Flughäfen

Wirtschaftlichkeit bleibt auf der Strecke

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Engagiert sich für Lübecks Flughafen: Bernd Saxe; Foto: C. Kautz

"Schleswig-Holstein braucht keine zwei Regionalflughäfen", sagte Bürgermeister Bernd Saxe mit Blick auf den Lübecker Flughafen Blankensee, nachdem Wirtschaftsminister Bernd Rohwer sich für einen Ausbau des Kieler Flughafens Holtenau ausgesprochen hat. Schon heute habe Blankensee Passagierzahlen, die Kiel für das Jahr 2011 anstrebt. Ein Ausbau des Kieler Flughafens Holtenau sei "wirtschaftlich wenig sinnvoll", so Saxe. Wirtschaftsminister Rohwer hält dagegen, Lübeck sei geographisch nicht in der Lage, als Geschäftsreiseflughafen für das mittlere und nördliche Schleswig-Holstein zu fungieren. In einem vom Land Schleswig-Holstein in Auftrag gegebenen Gutachten wurden die Chancen eines Ausbaus der Militärflughäfen Jagel und Hohn bei Rendsburg, einem Flughafenneubau bei Neumünster und der Erweiterung des Flughafens Kiel-Holtenau verglichen - der voll funktionsfähige Flughafen Lübeck Blankensee fehlt in dem Vergleich.Unter den verglichenen Flughäfen habe Kiel die besten Wachstumschancen, im Jahr 2011 könne Kiel mit 289000 Passagieren rechnen, so das Gutachten - eine Zahl, die Lübeck schon heute vorweisen kann. Rund 20 Millionen Mark für "arrondierende Maßnahmen" sind in Lübeck nötig, ein Ausbau des Kieler Flughafens wird - nicht zuletzt durch die notwendige Verlegung der Bundesstraße 503 - wesentlich teurer. Für die Verlängerung der zwischen Kieler Förde und der B 503 gelegenen Startbahn von 1200 auf 1800 plus 300 Meter Sicherheitszone und die notwendige Verlegung der vierspurigen Bundesstraße sind rund 112 Millionen Mark veranschlagt, 70 Prozent davon soll das Land an Fördermitteln beisteuern.

Lübecks Flughafenchef Peter Steppe:"Ich sehe den Wettbewerb als sportliche Herausforderung, Lübeck hat gute Chancen". Das für Startbahnverlängerung und Taxiway benötigte Gelände wurde inzwischen erworben. Aus der Sicht der IHKzu Lübeck ist ein Ausbau des Flughafens als wichtiger Stand-ortfaktor für den Wirtschaftsraum Lübeck dringend erforderlich. Jochen Arndt:"Die Landesregierung ist aufgerufen, die notwendigen Maßnahmen wie die Verlängerung der Startbahn und den Ausbau des Taxiways C nachhaltig zu unterstützen und zu fördern. Gerade angesichts der Pläne der Landesregierung, ihren eigenen Regierungsflughafen mit großzügiger Förderung auszubauen, hat die Landesregierung die besondere Verpflichtung, auch den Standort Lübeck Flughafen gleichermaßen zu unterstützen."

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