Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Sonntag, 21. April 2019

Ausgabe vom 11. September 2001

Fischsterben: Sickerwässer schuld?

Gutachter Gronemeyer: Deponie Schönberg belastet Lübecks Wasser

"Europas größte Giftmülldeponie in Schönberg/Ihlenberg belastet akut Lübecks Grundwasser". Diese Aussage hat gestern vormittag der international renommierte Luxemburger Gutachter Dr. Klaus Gronemeyer bei einer von zahlreichen Journalisten besuchten Pressekonferenz im Rathaus getroffen. Seiner Ansicht nach ist auch das Fischsterben im Mühlenteich, das im Winter und Frühling für Schlagzeilen sorgte, auf die Deponie zurückzuführen. Eine riesige Menge hochgiftiger Sickerwässer aus der Deponie Ihlenberg müsse durch Krähen- und Mühlenteich "gerauscht sein" und habe zu einer schlagartigen Veränderung der PH-Werte im Wasser geführt. Dadurch seien die Fische getötet worden, so Gronemeyer. Er zweifelte die Aussagen von Umweltsenatorin Dr. Beate Hoffmann an, die damals nach Sediment- und Fischuntersuchungen zu dem Schluß kam, das Fischsterben sei natürlichen Ursprungs gewesen.

Auch die Sanierung des Pfleiderer-Geländes kritisierte Gronemeyer. Seiner Auffassung nach werde dort ein "zweites Schönberg" geschaffen. Da der Dichtwandtrog, in dem das belastete Erdreich eingebracht wird, nach unten offen sei, gelangten Schadstoffe wie Arsen in den Hauptgrundwasserleiter. Die Schlutuper Brunnen zögen belastetes Wasser in ihre Absenktrichter. Gronemeyer forderte einen totalen Baustopp für das Pfleiderer-Gelände und die Erstellung eines völlig neuen Sanierungskonzeptes. Das Erdreich müsse vollständig ausgetauscht werden.

Gronemeyer fertigte Gutachten zu einigen der giftigsten Altlastenfälle in Deutschland an. Unter anderem verfaßte er Gutachten über die Deponie Münchehagen und das Uranerz- Abbaugebiet Wismut (Thüringen).

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