Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Donnerstag, 20. Juni 2019

Ausgabe vom 11. September 2001

Radwegenetz: Ausbau stockt

Jährlich müßten zehn Kilometer saniert werden - Neubau Zubringerstraßen

SPQL - die Verballhornung der Inschrift am Holstentor, "schlechtes Pflaster quält Lübeck", ist jedem Autofahrer der Hansestadt ein Begriff. Doch auch die Radfahrer könnten ihn auf die Wege beziehen, über die sie täglich fahren. Rund 190 Kilometer straßenbegleitende Rad- und kombinierte Rad- und Gehwege gibt es. Hinzu kommen rund 140 Kilometer Grün-,
Forst- und Wirtschaftswege.

Die Unterhaltung dieses Radwegenetzes, das in den kommenden Jahren weiter ausgebaut werden soll, kostet viel Geld. Gerade auch deshalb, weil Radwege, nicht anders als Straßen für Pkw, nur eine begrenzte Haltbarkeit haben und nach maximal 20 Jahren grundlegend saniert werden müßten.

Die Hansestadt Lübeck hat, nicht zuletzt nach einem von den Grünen initiierten Vorstoß, zusätzliche zwei Millionen Mark in Ausbau und Sanierung der Radlerpisten zu stecken, in den vergangenen Jahren viel getan, um die Nutzung des umweltfreundlichsten Verkehrsmittels überhaupt, des Fahrrades nämlich, zu fördern. Die zusätzlichen zwei Millionen Mark haben dabei den Ausbau des Radwegenetzes stark vorangetrieben. Doch daß noch einmal solch'ein Nachschlag bewilligt wird, ist angesichts der Haushaltslage eher unwahrscheinlich.

Zehn Mark pro Einwohner

Die vergangenen Jahre waren sehr erfolgreich. Das wird bei einem Vergleich der Maßnahmen in den Jahren 1997/98 zu 1999/2000 deutlich: So wurden in den vergangenen beiden Jahren 2.620 Meter (1.150 in 1997/98) straßenbegleitende Radwege neu - und 2.170 Meter (1300) ausgebaut. Einschließlich 3,7 Kilometer Radwegen, die sich in der Baulast des Straßenbauamtes Lübeck befinden, wurden darüberhinaus 13,6 km (7,08 km) Radwege instandgesetzt beziehungsweise saniert.

"Insgesamt wurden in den Jahren 1999 und 2000 in der Hansestadt Lübeck radverkehrsbezogene Infrastruktur-maßnahmen in Höhe von anteilig rund 4,4 Millionen Mark umgesetzt", sagte Lübecks Fahrrad- beauftragter Hans-Walter Fechtel im Gespräch mit der SZ. Dieser Betrag entspreche einer Summe von rund zehn Mark pro Einwohner und Jahr, womit die Hansestadt ihre Radverkehrsförderung auf dem Niveau der Vorjahre fortführen konnte. So gut sieht es für die Zukunft nicht aus: In diesem Jahr stehen nur rund 200 000 Mark für Sanierungen und Instandsetzungen (neben dem Geld für Neubauten) zur Verfügung.

Noch viel zu tun

Der Aus- und Neubau von Radwegen, wie er im Verkehrsentwicklungsplan bis zum Jahr 2010 aufgeführt ist, nennt genau 94 Positionen. Das sind größere Vorhaben wie Brücken oder Tunnel und einzelne Strek- kenabschnitte entlang vorhandener, im Bau befindlicher oder zukünftiger Straßen. So wird parallel zum A 20-Zubringer in Genin-Süd ein Radweg gebaut. Auch an der neuen B 207 entsteht ein neuer Weg für Fahrradfahrer.

Dennoch ist die Liste mit den geplanten Aus- und Neubauten von Radwegen, gegliedert nach Prioritäten und Bedeutung für den Alltags- und Schulwegverkehr, lang. In der Planung befinden sich unter anderem:Der Neubau eines Radweges an der Ivendorfer Landstraße im Zuge des Skandi-Ausbaus, ein Abschnitt an der Kronsforder Allee und an der Arnimstraße. Gebaut werden soll auch auf der einstigen Bahntrasse, dem St.Lorenz-Gleis.

Trotz begrenzter Mittel hat der Fahrradbeauftragte Positives zu verkünden: Die offizielle Freigabe der Gehwege in Grünanlagen (beispielsweise in der Moislinger Aue) steht bevor.

Weitere Infos zum Radverkehr in Lübeck gibt es beim Fahrradbeauftragten, Telefon: 122 - 66 03, der ebenso wie seine Kolleginnen und Kollegen stets für Anregungen offen ist.

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