Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Samstag, 20. April 2019

Ausgabe vom 11. September 2001

Was tun für die Umwelt: Früh übt sich ...

Solaranlage heizt Wasser auf - Kinder basteln aus Müll Spielzeug

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Die Kindergartenkinder haben sich Spielzeug aus alten Schachteln und Bechern gebastelt.; Foto: N. Neubauer

"Ole, dein Apfel ist geschält", sagt Erzieherin Marion Kelmer. Ole interessiert sich vorerst aber nicht für die Frucht. Dinos sind interessanter. Während die Erzieherin des Lutherkindergartens die Apfelschale in den Eimer für Biomüll gibt und auf das Kind wartet, spielt er mit den anderen im Flur kniend vor einer Hügellandschaft aus Papier und Pappe. "Das ist unsere Dinolandschaft."

Daß Umweltschutz wichtig ist, weiß heute jedes Kind. Wie in der Kindertagesstätte der Luthergemeinde lernen Dreijährige bereits, daß Müll nicht gleich Müll ist, daß Apfelreste auf den Kompost gehören und Tetra Pak am besten gleich im Supermarktregal stehenbleibt. "Es ist selbstverständlich, daß ich darauf achte, daß Kinder das Licht ausmachen, wenn sie einen Raum verlassen, den Wasserhahn nicht unnötig beim Zähneputzen laufen lassen", sagt Marion Kelmer. So ist es für die Pädagogin selbstverständlich, den Kindern zu zeigen, wie aus Müll Spielzeug wird: Für die beliebte Dinolandschaft haben Ole und Co Camembertschachteln, Kartons und Yoghurtbecher gesammelt, mit Papier umwickelt, eingekleistert, angetuscht und fertig war die Landschaft.

Selbstverständlich ist für die Kinder der Kindertagesstätte auch das Dach, auf dem sich eine Solaranlage befindet. Alle wissen sie: Die Sonne macht das Wasser aus dem Hahn warm. Die Anlage, die gleich beim Bau des Hauses vor sieben Jahren installiert wurde, heizt mit ihren Kollektoren 500 Liter Wasser auf.

"Umwelterziehung kann nicht früh genug beginnen", meint Andrea Bold, Leiterin der Kindertagesstätte. Im Kindergartenalter werde der Grundstock für ein Umweltbewußtsein gelegt. "Natürlich kann unsere Erziehung nur fruchten, wenn Umweltbewußtsein auch zu Hause gelebt wird." Wichtig sei es, daß Kinder Zusammenhänge begriffen. "Gemüse kommt eben nicht aus der Dose, Gemüse muß man säen, pflegen und hegen, bevor man es ernten kann." Die Solaranlage sei auch ein Beispiel, anhand dessen solche Zusammenhänge aufgezeigt werden können.

"Uns ist es wichtig, Kinder für die Umwelt und die Natur zu sensibilisieren."

STICHWORT

Statistisch verursacht jede Bundesbürgerin und jeder Bundesbürger jährlich rund zwölf Tonnen Kohlendioxid und trägt so zur Veränderung des Klimas und der Biosphäre bei. Jeder kann die Umwelt schonen, indem er Energie spart und sich dort, wo er die Wahl hat, für den jeweils CO2-ärmeren Energieträger entscheidet.Wir stellen zusammen mit dem Energietisch in einer losen Serie Beispiele von klimafreundlicher Energieerzeugung vor und hoffen, daß sie Schule machen.

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