Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 25. Juni 2019

Ausgabe vom 11. September 2001

Ehrenamt:Was heißt das eigentlich?

Zum Jahr des Ehrenamtes

Eigentlich kann ich mit dem Begriff "Ehrenamt" gar nichts anfangen. Obwohl ich ja auch ein unbezahlter Freiwilliger bin, der so manche Stunde und manche Mark für die Erfüllung der an ihn gestellten Erwartungen aufwendet.

In meiner Jugend, als es noch kein modernes Leistungsdenken gab und Leistung sich auch noch nicht "wieder lohnen" mußte, habe ich so eigene, sicher von vielen älteren Kollegen geteilte Erfahrungen mit dem Wort "Ehre" gemacht. Da gab es "Blut und Ehre" und auf manchem Koppelschloß prangte "Meine Ehre heißt Treue". Wenn ich die Weihnachtsgeschichte höre und dort von "Ehre sei Gott in der Höhe" gesprochen wird, weiß ich nicht, ob das die gleiche Ehre ist, die mir für meine unbezahlte Tätigkeit für eine Stiftung zuteil werden soll. Ich kann doch unmöglich auch solche Ehre für meine Arbeit in Anspruch nehmen wie Gott in der Höhe für sein Werk. Oder gibt es da Abstufungen? Wer wird denn da überhaupt geehrt und wie? Ist es für mich eine Ehre, das Amt ausüben zu dürfen oder werde ich geehrt, wie ich das Amt ausübe und von wem?

Bitte, gibt es da vielleicht jemanden, der mich nun noch im Alter aufklärt. Ich würde es ihm bestimmt danken und ihn auch richtig ehren - das kostet ja nichts!

Wolfram Gleitz, Lübeck

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