Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Donnerstag, 25. April 2019

Ausgabe vom 11. September 2001

Liebe auf den ersten Blick nimmt Schaden

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Seit ein paar Wochen lebe ich in meiner Wahlheimat, in Lübeck. Und das, nachdem ich über 12 Jahre im Ruhrgebiet gelebt habe und es dort einfach nicht mehr ausgehalten habe. Für mich war Lübeck so etwas wie Liebe auf den ersten Blick.

Um so entsetzter bin ich, welche Pläne die "Stadtväter" in Bezug auf die Bebauung des Marktes haben. Wen wundert es, daß der Architekt, der sich dieses Selbstdarstellungs-Kaufhaus ausgedacht hat, aus Düsseldorf kommt!

Meiner Meinung nach würde niemand, der Lübeck als Stadt liebt, schätzt und achtet, auf die Idee kommen, den historischen Stadtkern mit solchen Bauten zu verschandeln, die gerade "in" sind.

Diese Stadt hat einen Schatz an Historie, über den sich die "Stadtväter wohl kaum im klaren sind.

Eine Stadt wie Lübeck ist im Vergleich zu vielen Städten ein kostbarer Schatz, den es zu erhalten und zu pflegen gilt. Ein Wertstück, welches mit Geld gar nicht zu bezahlen ist.

Wer das Ruhrgebiet kennt, das nur noch seine Industriekultur und fast nur moderne Gebäude hat, weiß wovon ich spreche.

Wissen sie überhaupt, warum viele Menschen nach Lübeck kommen? Bestimmt nicht wegen eines Kaufhauses von Peek &Cloppenburg, sondern weil es Städte wie diese in Deutschland kaum noch gibt und die Menschen sich deswegen angezogen fühlen.

Bei allen finanziellen Problemen, die es vernunftmäßig zu berücksichtigen gibt, wäre eine Bebauung, die sich in den historischen Stadtkern einfügt, sicherlich genauso möglich. Alles andere finde ich absolut nicht akzeptabel, sondern zerstörerisch!

Ich kann nur hoffen und darum bitten, daß sich die "Stadtväter" überlegen, was sie ihrer Stadt da antun!

Heike Schneider, Lübeck

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