Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 24. Juni 2019

Ausgabe vom 11. September 2001

Ein Vierteljahrhundert Unicef

Sammeln für Kinder - Arbeitsgruppe in Lübeck feiert Jubiläum

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Lilli Sauter-Kuckuk, Bürgermeister Bernd Saxe und Anke Eymer zeigen Flagge für Kinder. ; Foto: C. Kautz

Bald ist es wieder soweit: Dann sitzen die Damen wieder im Keller von Lilli Sauter-Kuckuk und verpacken Grußkarten. Jedes Jahr zu Weihnachten stapeln sich dort die Kartons mit den Karten zum Fest und zum Jahreswechsel.

"Ich wollte mich immer schon in diesem Bereich engagieren", sagt Lilli Sauter-Kuckuk, die nun schon seit neun Jahren die Unicef-Arbeitsgruppe Lübeck leitet. Die 64jährige war selbst einige Jahre in einem Kinderheim aufgewachsen. "Die Arbeit und das Wissen, etwas Sinnvolles zu tun, machen mir Spaß."

Ein Dutzend weitere Frauen helfen ihr beim Verpacken der Karten und beim Sammeln von Spenden. Sie alle zählen sich zu der Arbeitsgruppe Lübeck, die am vergangenen Freitag zu einem Empfang im Rathaus bei Bürgermeister Bernd Saxe war. Der Anlaß: Zum einen der bundesweite Aktionstag "Flagge für Kinder zeigen", der im Zusammenhang mit dem Internationalen Jahr der Freiwilligen von Unicef organisiert wurde; zum anderen feierte die Arbeitsgruppe Lübeck ihr 25jähriges Bestehen.

Die Gruppe setzt jährlich 140 000 bis 150 000 Mark mit Grußkarten um. Kein Wunder also, wenn die Engagierte von einem Full-time-Job spricht. "Vor Weihnachten geht es rund." Die Frauen zählen zu ihren Kunden eine Reihe namhafter Lübecker Firmen. Sie verkaufen ihre Grußkarten auch auf Basaren und über Apotheken.

Unicef, das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, gibt es seit 55 Jahren. Es wurde 1946 mit dem Ziel gegründet, den Kindern im Nachkriegseuropa zu helfen. Ab Mitte der 50er Jahre engagierte sich Unicef vermehrt für Entwicklungsprogramme in Asien, Afrika und Lateinamerika. Unicef ist in 161 Ländern tätig und arbeitet auf der Grundlage der UN-Kinderrechtskonvention von 1989. Derzeit engagieren sich in Deutschland 8000 Bürger in 120 Arbeitsgruppen.

Hilfe für Minenopfer

Das Geld, das sie sammeln und mit dem Versand von Grußkarten einnehmen, fließt zunächst an die Bundeszentrale in Köln. Von dort gehen Dreiviertel des Geldes an Projekte in der ganzen Welt. Welche das sind, wird im Hauptsitz der Organisation in New York entschieden. Aktuell hilft Unicef etwa Kindern, die in Kambodscha von Minen verletzt und Mädchen in Sierra Leone, die von Soldaten vergewaltigt und mißbraucht wurden.

Lilli Sauter-Kuckuk und "ihre" Helferinnen arbeiten ehrenamtlich - ohne einen Pfennig zu sehen, nicht einmal eine Aufwandsentschädigung bekommen sie.

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