Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 20. Mai 2019

Ausgabe vom 25. September 2001

Experten:Keine Gefahr durch Arsen

Sanierungskonzept für "Pfleiderer-Gelände" greift - Sauberes Trinkwasser

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Bohrungen auf dem Pfleiderer-Gelände; SZ-Archiv: C. Kautz

Die Altlastenfläche in Schlutup, das sogenannte Pfleiderer-Gelände, stellt keine Gefahr für das Trinkwasser dar, auch ist das Grundstück nicht Ursache für die teils erhöhten Arsenwerte im Hauptgrundwasserleiter (HGWL). Diese übereinstimmenden Aussagen haben am Donnerstag abend gleich drei Fachleute gegenüber den Mitgliedern des Umweltausschusses getroffen.

Damit ist aber auch klar:Das aufwendige und bislang bereits über vier Millionen Mark teure Sanierungskonzept für diese mit verschiedensten Schadstoffen belastete ehemalige Schwellentränke greift. Fast alle Ausschußmitglieder sprachen sich denn auch nach rund zweistündiger Erörterung dafür aus, das Thema Arsen und Pfleiderer nun endlich abzuschließen.

"Den Experten glauben"

Christian Freitag (CDU) dankte namentlich Dietmar Schäfer, Sachbearbeiter im Bereich Umweltschutz des Fachbereichs Umwelt, Diplom-Ingenieur Hans-Ulrich Mücke, der das Sanierungs- konzept vorgestellt hatte, sowie der Hallenser Toxikologin und Gutachterin Professor Dr. Ursula Stephan für deren umfassende und gut verständliche Erklärungen. Auch der Ausschuß- vorsitzende Lothar Koch (SPD) sprach sich dafür aus, nun endlich anzuerkennen, daß die Sanierung des Altlastengeländes erfolgreich vorangehe und die Bevölkerung sich nicht länger sorgen müsse, schadstoffbelastetes Trinkwasser zu trinken.

Diese Gefahr bestand nie, wie Jürgen-Dieter Henning von der Stadtwerke-Tochter Energie und Wasser den Ausschußmitgliedern noch einmal erklärte: Zwar seien in einigen Meßstellen (Beobachtungsbrunnen) leicht erhöhte Arsenwerte von bis zu 0,025 mg/l und in einer einzigen Meßstelle stark schwankende Werte von 0,030 bis 0,104 mg/l gefunden worden, doch aus diesen Bereichen werde einerseits kein (Roh-)Wasser für die Trinkwasseraufbereitung gefördert, und andererseits werden diese Spuren von Arsen bei der Aufbereitung des Rohwassers zu Trinkwasser entfernt. Dabei fällt durch Belüftung, also die Zufuhr von Sauerstoff, das Arsen mit dem gelösten Eisen aus. "Bei allen bisherigen Trinkwasseruntersuchungen", so Henning, "konnte nachgewiesen werden, daß der Grenzwert für Arsen gemäß Trinkwasserverordnung (0,01 mg/l) bei weitem nicht erreicht wurde."

Lediglich völlig unbedenkliche Arsenspuren von 0,001 bis 0,005 mg/l seien bislang im Trinkwasser nachgewiesen worden. Das bedeute für die Lübecker Bevölkerung:Wenn sie den Wasserhahn aufdrehen, erhalten sie ein von Schadstoffen unbelastetes Lebensmittel (Trinkwasser) geliefert.

Ausreichend dicke Schicht

Breiten Raum nahm während der Umweltausschußsitzung auch die Erörterung der Frage ein, ob oberer und unterer Wasserleiter voneinander getrennt seien, und ob Schadstoffe aus dem verseuchtem Erdreich in den HGWLgelangen könnten. Dazu sagten Mücke und Henning übereinstimmend, das alle Bohrungen eindeutig belegt hätten, daß es diesen sogenannten Stauer gebe, er eine Mächtigkeit zwischen sieben und mehr als zehn Metern habe und außerdem unterschiedliche Druckverhältnisse dort herrschten. Zudem sei nachgewiesen, daß die beiden wasserführenden Schichten unter- schiedliche Fließrichtungen hätten und getrennte hydraulische Systeme seien. Somit könnten auch keine Schadstoffe von oben nach unten eindringen.

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