Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 20. Mai 2019

Ausgabe vom 25. September 2001

Widerwärtige Kinderquälerei

Zu Weltkindertag am 20. September; SZvom 18. September

Am Freitag, 14. September, fand im Theater Lübeck die Premiere einer Aida-Aufführung statt. Im ersten Teil dieser Inszenierung betritt ein kleiner Junge - nur mit einer Unterhose bekleidet - die Bühne. Er wird von zwei Männern in ein leichentuchähnliches Laken eingewickelt, so daß nur noch kleine Teile des Gesichtes frei bleiben. Dann wird an diesem Kind (ich schätze, es ist ca. 8-10 Jahre) eine künstlerische, rituelle Tötung vorgenommen. Danach wird der Junge in dieser starren Haltung ca. zehn Minuten in ein auf der Bühne befindliches Wasserbecken, in dem offenes Feuer brennt, so abgelegt, daß nur noch der Kopf aus dem Wasser ragt.

Eine musikalische Bedeutung oder Rolle spielt das Kind jedoch nicht in dieser Oper.

Ich habe bisher noch keine so widerwärtige Kinderquälerei auf der Bühne eines Theater gesehen. Es ist nur zu hoffen, daß die Verantwortlichen im Theater zur Vernunft kommen und diesen Teil der Aida-Aufführung in Zukunft vermeiden.

Dr. Jörg Goldammer, Lübeck

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