Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Donnerstag, 15. November 2018

Ausgabe vom 17. März 1998

Chronik des Stadtteils St. Jürgen

Archiv der Hansestadt veröffentlicht kleine Hefte zur Stadtgeschichte

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Rettungshaus von 1847, heute Kinder- und Jugendheim Wakenitzhof Foto: Archiv

In der Reihe "Kleine Hefte zur Stadtgeschichte" veröffentlicht das Archiv der Hansestadt Lübeck unter den Titel "St. Jürgen - Chronik einer Vorstadt und ihres dörflichen Umfeldes" nun einen weiteren Beitrag zur Geschichte der einzelnen Stadtteile (Band 1: Schlutup, Band 3: St. Gertrud, Band 4:Kücknitz). Die Chronik setzt ein bei der Aufteilung des Landes anläßlich der Gründung Lübecks im 13. Jahrhundert. Die Hansestadt erhält Nutzungsrechte über das Gebiet zwischen dem Mühlentor und dem Landgraben bei Strecknitz. Die Dörfer Blankensee, Wulfsdorf und Beidendorf werden der Herrschaft des St. Johannis-Klosters unterstellt. Schier-eichenkoppel, Oberbüssau, Niederbüssau und Vorrade gehören schon seit dem Bau des ersten Doms Ende des 12. Jahrhunderts zum Bistum Lübeck, Krummesse und Kronsforde waren im Besitz lübeckischer Ratsfamilien.

Während sich das unter städtischer Hoheit stehende Land "Vor dem Mühlentor" im 19. Jahrhundert zur "Vorstadt
St. Jürgen" entwickelte, sind die dörflichen Strukturen der bis Ende des 18. Jahrhunderts überwiegend geistlich regierten Ortschaften bis heute erhalten geblieben. Diese ehemaligen Landgemeinden (seit 1868) gehörten seit 1935 als Stadtteile des Landbezirks Mühlentor zur Gemeinde Hansestadt Lübeck, 1972 wurden sie Bezirke des Stadtteils St. Jürgen. Die Chronik beinhaltet außer des verwaltungsgeschichtlichen Über-blicks zahlreiche Angaben zu historischen und zeitgenössischen Einrichtungen und Gebäuden. Die Darstellung beginnt mit der Geschichte des St. Jürgen-Hospitals, wo im Mittelalter die Leprakranken der Stadt versorgt worden sind. Sie erwähnt Gründung und Entwicklung der Irrenanstalt, des Kinderkrankenhauses und der Universitätsklinik. Die Schulen der Vorstadt und der Landgemeinden werden ebenso genannt wie die Kapellen und Kirchen der evangelisch- lutherischen und katholischen Gemeinden. Geschildert werden auch die Folgen von Technisierung und Industrialisierung, wie etwa die Ansiedlung von Fabriken, der Bau des Elbe-Lübeck-Kanals, aber auch das Bevölkerungswachstum und die Bautätigkeit in St. Jürgen seit 1871. Das in der Gründerzeit erschlossene Villenviertel, die Siedlungen der 20er und 30er Jahre und die in den letzten 50 Jahren entstandenen Wohnviertel finden ebenso Erwähnung wie die Gaststätten, Veranstaltungshäuser, Kinos und öffentlichen Grünanlagen, die zur Prägung des Stadtteils beigetragen haben. Die Chronik ist ab sofort im Buchhandel erhältlich und kostet 19,80 Mark.

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