Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Freitag, 19. April 2019

Ausgabe vom 20. November 2001

Achtschiffiges Kaufhaus

Ingenhoven stellt Neubau für Markt vor -Baubeginn Anfang 2002

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Im Zentrum des Interesses: das Modell des Kaufhauses am Markt ; Foto: C. Kautz

"Nun ist es also soweit." Mit diesen Worten hat Bürgermeister Bernd Saxe am Donnerstag abend die öffentliche Präsentation des deutlich überarbeiteten Modells für den Marktneubau im mit rund 300 Interessierten sehr gut besetzten Saal der Handwerkskammer eröffnet. Der Entwurf des international renommierten Architekten Christoph Ingenhoven ist im Prinzip so geblieben, wie er vor rund einem Jahr erstmals öffentlich gezeigt wurde. Doch während der vergangenen Monate ist die Planung deutlich überarbeitet worden. Der geplante Neubau, korrekt muß von zwei neuen Häusern gesprochen werden, ist nicht nur optisch modifiziert worden. Wie berichtet, ist gegenüber der Ausgangsversion insbesondere die Höhe des Kaufhauskomplexes und des Bürogebäudes, das anstelle des heutigen Stadthauses errichtet wird, deutlich verringert worden.

Während die Ursprungsversion vom November 2000 noch ein knapp 20 Meter hohes Gebäude vorsah, so ist der jetzt geänderte Entwurf auf 18,70 Meter reduziert worden. Somit paßt es sich besser ans Rathaus an. Die Kritik, die während des Sommers hochkochte, hat Ingenhoven zwar berücksichtigt, dabei jedoch selbstbewußt an seiner Planung festgehalten. Bestimmend ist die Dachform. Sie nimmt durch ihre Unterteilung in jeweils acht Dachkuppeln - sowohl zur Marktseite als auch zum Schüsselbuden - Bezug zur historischen Bebauung, als an dieser Stelle vor dem Bau der wilhelminischen Post um 1880 acht mehrgeschossige Einzelhäuser standen. Der 41jährige Architekt spricht daher auch von einem "achtschiffigen Gebäude". Fortsetzung Seite 2 Dazu trage die klare Gliederung des Neubaus bei, die das Gebäude als aneinander gereihte Einzelkörper erkennen lasse. Die leicht vorspringenden Dachschalen sind mit mattiertem, "vorgewittertem" und somit nicht glänzendem Aluminium belegt.

Terrakotta statt Glas

Abstriche hat Ingenhoven auch bei der Wahl der Fassadenverkleidung gemacht: Hatte er zunächst vorgeschlagen, die Neubauten mit Glaslamellen zu verkleiden, so hat er sich nun am vorherrschenden Backstein Lübecks orientiert:"Irdenes Material bestimmt das Bild der Altstadt", sagte der Stararchitekt. Die Fassaden erhalten nun vertikale Terrakottalamellen, die im Ton etwas dunkler als der Sandstein des Rathauses seien. "Wir wollen den Klang der Stadt bereichern, aber nicht stören", begründete Ingenhoven die

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