Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 23. April 2019

Ausgabe vom 20. November 2001

Lübecker Modell

Verläßliche Halbtagsschule gefragt

Betreute Grundschulen gibt es in Lübeck seit 1992. Die Marienschule war damals Vorreiterin und richtete das Angebot auf Initiative von Lehrern und Schulleitung ein. 1999 entstand dann auf Elterninitiative das sogenannte Lübecker Modell, das an 25 Einrichtungen derzeit praktiziert wird und von Eltern, Arbeitsamt und Hansestadt Lübeck getragen wird.

Eltern übernehmen mit einem monatlichen Beitrag pro Kind von rund 110 Mark rund ein Viertel bis ein Drittel der Kosten, das Arbeitsamt finanziert das Personal vom ersten bis vierten Jahr. Wenn diese ABM- beziehungsweise SAM-Maßnahmen ausgelaufen sind, übernimmt die Hansestadt die Personalkosten, denn in dem Kooperationsvertrag verpflichtet sie sich, Dauerarbeitsplätze einzurichten. Abgesehen von den drei Säulen - Eltern, Arbeitsamt, Hansestadt-zahltdie Landesregierung einen Zuschuß von rund 10 000 Mark.

Für die Hansestadt bedeutet der Vertrag, um so mehr Betreute Grundschulen und um so mehr Personal aus der Arbeitsamtförderung herausfällt, desto teurer wird es für die Hansestadt. Waren es im ersten Jahr, 1999, noch 259 000 Mark, die die Stadt zahlte, sind es fürs kommende 869000 Mark, für 2003 steigen die Kosten auf 1,195 Millionen und im Folgejahr auf 1,65 Millionen und im Jahr 2005 muß die Stadt bereits 2,1 Millionen Mark zahlen. "Diese Kalkulation geht von 25 Betreuten Grundschulen aus", sagt Klaus-Dieter Schulz, Leiter des Bereichs Schule und Sport. Schulsenator Ulrich Meyenborg, der das Lübecker Modell als "Übergangsmodell" bezeichnet, will langfristig das Land in die Pflicht nehmen, die verläßliche Halbtagsschule einzuführen. "Die Betreute Grunschule kann nur ein Provisorium sein", sagte er bei der Podiumsdiskussion.

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