Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Freitag, 19. April 2019

Ausgabe vom 20. November 2001

Schandfleck auf Marli

Abriß der ehemaligen Stadtteilbibliothek gefordert - Arbeiten beginnen in Kürze

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Erwin Stallbaum fordert, daß die ehemalige Stadtteilbibliothek endlich abgerissen wird. ; Foto: N. Neubauer

"So geht es nicht. Hier muß etwas passieren", sagt Erwin Stallbaum, SPD-Bürgerschaftsmitglied und Vorsitzender des SPD-Ortsverein Marli. Er steht vor der ehemaligen Stadtteilbib-liothek auf Marli, Ecke Marli-Ring/Goebenstraße, und deutet auf die Bierdosen, die im Rasen liegen, auf die Radkappen und Plastiktüten. Verloddert und verwildert sei das Grundstück, der Bau zerfalle und werde beschmiert. Die ehemalige Stadtteilbibliothek ist nicht nur dem Sozialdemokraten ein Dorn im Auge: "Eine Schande", meint eine Passantin, die vorübergeht.

Um auf den Zustand aufmerksam zu machen, hat Stallbaum in der vergangenen Woche zwei Schilder aufgestellt. Parolen wie "Wir wollen ein sauberes Marli" und in Anspielung auf den Wahlerfolg der Schill-Partei in Hamburg "Durch solch einen Schandfleck entstehen schill (ernde) Parteien".

Im Juni hatte die Bürgerschaft dem Verkauf des Grundstückes, auf dem 1956 die Bibliothek erbaut worden war, zugestimmt. "Das Liegenschaftsamt hatte zugesichert, daß im Herbst der Bau abgerissen wird", sagt Stallbaum. Das Gebäude steht bis heute.

Schuld daran ist allerdings nicht der Bereich Liegenschaften. "Die Hansestadt hat ihre Schularbeiten gemacht", sagt Reinhard Hoppe vom zuständigen Bereich. Nicht sein Bereich sei für den Abriß zuständig, sondern der Eigentümer. So schnell ginge ein Abriß aber sowieso nicht vonstatten. "Am 25. September sind die Verträge unterzeichnet worden." Abbruchgenehmigungen zu erteilen, das gehe nicht von einem auf den anderen Tag, sagt Hoppe.

Briefzentrum und Praxen

Das Grundstück ging an die Sixt-Grundstücksgesellschafts mbH in Bad Segeberg. Nach deren Planungen sollen Grundstück und Gebäude keineswegs länger verwahrlosen und den Bürgern ein Dorn im Auge sein. Die Gesellschaft, die einen Bau mit Tiefgarage, einem Obergeschoß und einem Penthouse errichten will, beginnt in Kürze mit den Arbeiten. "Ende November reißen wir ab", so die Geschäftsleitung. "Wenn das Wetter mitspielt, eröffnen wir im Juni nächsten Jahres den Neubau", sagte Maximilian Sixt der SZ. Einen Monat später soll dann die Post einziehen und ein Briefverteilzentrum eröffnen. Im Obergeschoß und im Penthouse entstehen Büroflächen, die bislang für Anwalts- oder

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