Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 24. Oktober 2017

Ausgabe vom 08. Dezember 2009

Abwägen wie nüchterne Kaufleute

Autorin: Dr. Hildegund Stamm

Lübecker BUNT

Die Entscheidung der Bürgerschaft, kein weiteres Geld im Millionengrab Flughafen zu versenken, ist nicht vom Himmel gefallen und auch keine "Bruchlandung" des "Airports". Denn der hat noch nie wirklich abgehoben, sondern hat sich bislang als flugunfähige Ente erwiesen. Entgegen der rosigen Aussichten, die uns seit Jahren ausgemalt werden, verbrennt der Traum vom Düsenjet-Fliegen in der Blankenseer Heide lediglich haufenweise Steuergeld, das uns an anderer Stelle fehlt: beim Straßenbau, Kinderbetreuung, bei Schulen, Jugendarbeit und Kultur und anderen wichtigen Aufgaben der Daseinsfürsorge. Der Lübecker BUNT hat daher in der jüngsten Bürgerschaftssitzung die Pläne des Bürgermeisters ebenfalls abgelehnt, erneut Millionen in den Flughafen zu stecken, wo bislang nur Einer groß verdient: Der Billigflieger Ryanair. Kühl kalkulierende Airportbetreiber in Hamburg, Basel, Köln-Bonn und anderswo wollen Ryanair nicht haben, weil sie deren Geschäftsmodell nicht für seriös und fair halten. Ryanair-Boss O'Leary wird sich über die Lübecker Einfaltspinsel in den letzten Jahren herrlich amüsiert haben. Doch damit soll jetzt Schluss sein. Der Flughafen kann nur weitermachen, wenn er sein Geld selbst verdient oder einen Sponsor findet, der auf öffentliches Geld beim Betrieb verzichten kann. In die derzeit heftige Diskussion muss dringend wieder mehr nüchternes Abwägen einziehen, wie man es von Lübecker Kaufleuten eigentlich erwartet. Der Traum vom Fliegen in alle Welt hat hierbei nichts zu suchen. Dem können alle Lübecker auch von Hamburg-Fuhlsbüttel aus nachgehen _ und dort sogar richtig.

V.i.S.d.P.: Dr. H. Stamm

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