Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Sonntag, 21. Juli 2019

Ausgabe vom 08. Januar 2002

Neubesinnung zum<br>Wohle der Stadt ...

V.i.S.d.P.: Gabriele Hiller-Ohm

SPD

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Autorin: Gabriele Hiller-Ohm

Liebe Leserin, lieber Leser, ich bedanke mich herzlich für Ihr Interesse, Ihre Unterstützung und auch für Ihre kritische Begleitung. Kommunalpolitik ist in Zeiten knapper Kassen keine leichte Sache. Viel lieber würden wir Wünsche erfüllen, als den Rotstift anzusetzen und zu sparen.

Unsere Region befindet sich seit Jahren in einem Wandel. Die Werftenkrise hat ihre Spuren hinterlassen, unzählige Arbeitsplätze sind weggebrochen, Metallhütte, Kraftwerk und viele Großbetriebe sind verschwunden. Die Folge ist eine der höchsten Arbeitslosenquoten in Schleswig-Holstein. Lübeck, über 50 Jahre Grenzstadt, muß nach der Wiedervereinigung auf Fördermittel wie die Zonenrandförderung verzichten und sich ihren Platz als Oberzentrum ohne Anschub aus Bund und Land erkämpfen. Globalisierung und Liberalisierung der Märkte eröffnen vielen Unternehmen bisher ungeahnte Möglichkeiten der Mobilität, was in der Regel zu Lasten der Kommunen geht. Wir haben es erlebt: ein Unternehmen verlegt seinen Firmensitz mit der Folge, daß uns auf Dauer 30 Mio. Mark Gewerbesteuereinnahmen fehlen. Wirksame Steuerungsinstrumente haben die Kommunen nicht.

Lübeck ist auch heute noch Grenzstadt. Heute belastet nicht mehr das fehlende Hinterland, heute führt eine "Subventionsgrenze" zu Wettbewerbsverzerrungen. Lübeck ist eine Stadt mit Problemen, aber auch mit großen Zukunftschancen, wenn wir die richtigen Antworten auf diese Herausforderungen geben.

Wir haben das in der Vergangenheit getan und werden auch in Zukunft die Geschicke unserer Stadt mit Weitsicht und Kompetenz lenken. Wir setzen unsere Kraft in die kluge Nutzung der Standortvorteile z.B. als Hafenstadt, im Tourismus und in den Bereichen des Gesundheitswesens, der Medizintechnik und der Kommunikationstechnologien. Wir brauchen ein breites Bündnis, um Lübeck nach vorne zu bringen. Mit großer Sorge betrachte ich die jüngsten "Ausstiegstendenzen" der Wirtschaft aus diesem Bündnis, wie den Rückzug aus dem Einzelhandelsbeirat und dem Arbeitskreis Altstadt sowie die undeutliche Positionierung zur Marktbebauung. Ich hoffe sehr auf eine Neubesinnung zum Wohle unserer Stadt.

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