Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Donnerstag, 18. Juli 2019

Ausgabe vom 19. März 2002

Boden und Leitung

Archäologen untersuchen Markt

Von dieser Woche an arbeiten die Entsorgungsbetriebe und der Bereich Archäologie zusammen am Markt. Kanalarbeiter wollen die 135 Jahre alte Mischwasserleitungen sanieren, die Archäologen Teile des Gebiets inspizieren. Die Entsorgungsbetriebe werden Leitungen im Bohrpreßverfahren einbauen und der Bereich Archäologie wird deren Start- und Zielschächte nutzen, um Untersuchungen zu machen. Hintergrund der Maßnahme ist der geplante Bau am Markt. Die Bedeutung des "Bodendenkmals Lübecker Innenstadt" erfordern vor Bodeneingriffen archäologische Untersuchungen.

Ein Markt ist für Lübeck erstmalig für das Jahr 1147 schriftlich belegt. An der heutigen Stelle befindet er sich nach Angaben der Archäologen seit dem späten 12. Jahrhundert. Grabungen ergaben zum Beispiel Stangenlöcher von Marktständen. Während der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts wurden Holzbohlen verlegt, um den Platz begehbarer zu machen. Zu dieser Zeit wurde auch der Bau des heutigen Rathauses begonnen. Sein Vorgänger soll sich an der Ecke Markttwiete/Markt befunden haben - genau dort, wo nun eine Baugrube für die Pressung der Leitungen entsteht. Auch die übrigen Flächen liegen im Randbereich des im Mittelalter weitaus größeren Platzes, so daß hier Reste von Verkaufsbuden, Abfallgruben und die Marktschicht erfaßt werden können. Die Archäologen inspizieren das Gebiet in zwei Abschnitten, von März bis Mitte Juni und von September bis November.

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