Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Samstag, 25. Mai 2019

Ausgabe vom 02. April 2002

Editorial

Es ist Mittwoch und der Osterhase legt immer noch Eier. Ob er den Schuß nicht gehört hat? Nein. Hat er nicht. Selbst wenn, es würde ihn nicht stören, geschweige denn veranlassen, sein Tun zu stoppen. Der wahre Osterhase nämlich ist ein Fisch und heißt Seehase. Dieser Seehase ist es, der auch noch am Mittwoch nach Ostern Eier legt - natürlich nicht aus Schokolade.

Der Seehase ist auch in unserer Ostsee heimisch und immer wenn Frühling ist, kommt er aus den Tiefen des Gewässers an die Küsten, um hier abzulaichen. So ein weiblicher Seehase, ein unauffälliges Ding eigentlich, ein Fisch eben, ist ein wahres Fortpflanzungswunder. Denn die Weibchen legen eine erstaunliche Menge an Eiern ab: bis zu
350 000. Viel mehr müssen die Weibchen nicht machen für den Nachwuchs. Es handelt sich um eine emanzipierte Spezie.

Der männliche Seehase kümmert sich, nachdem er seinen Beitrag geleistet hat, um die Aufzucht. Dieser "Osterhase", der auch noch am Mittwoch nach Ostern seine Eier legt, legt keine süßen. Wir sagten es schon. Als Kaviar-Ersatz lassen sie sich dennoch verspeisen.

Die Frage der Bekömmlichkeit wollen wir hier nicht klären. Eines aber ist klar, liebe Leser und Leserinnen, in der Frage der Aufzucht kann der Seehase uns ein Beispiel sein

meint Ihre SZ-Redaktion.

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