Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Donnerstag, 23. Mai 2019

Ausgabe vom 02. April 2002

Kai besteht seit 40 Jahren

Lübecker Hafen-Gesellschaft will Anlage weiter ausbauen

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Die Nils Holgersson 1962 an dem provisorisch hergerichteten Skandinavienkai ; Foto: LHG

Die schwimmenden Kolosse sind aus Travemünde nicht mehr wegzudenken. Die Voraussetzungen für diesen Schiffsverkehr, der Passanten und Touristen immer wieder innehalten läßt, ist vor 40 Jahren geschaffen worden: Der Lübeck-Travemünder Skandinavienkai besteht seit dem 28. März 1962.

Zu einem der größten Fähr-terminals Europas mit rund 80 Abfahrten pro Woche hat sich der Skandinavienkai entwickelt. Im vergangenen Jahr wurden rund 400 000 Passagiere abgefertigt und 15 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen. Zum Vergleich: im Lübecker Hafen sind es insgesamt 24,4 Millionen Tonnen. Auf diesem Kurs soll es weiter gehen: Von Mitte der 90er Jahre bis zum Jahr 2010 wollen die Lübecker Hafen-Gesellschaft mbH (LHG) und die Hansestadt fast 200 Millionen Euro investieren.

Während der Amtszeit von Bürgermeister Max Wartemann (1959 bis 1970) fiel die Entscheidung, den Skandinavienkai zu bauen. Der Ostpreußenkai reichte nicht mehr aus, und so wurde in der Siechenbucht auf dem Gelände einer Fischereisiedlung und Pelztierfarm ein Fähranleger gebaut. Die Eröffnung des Fährverkehrs erfolgte am 28. März 1962 mit der "Nils Holgersson" der TT-Linie.

Der Anfang des Skandinavienkais war 1963 mit rund 60 400 Tonnen Fracht bescheiden. Doch gab es 1962 nur einen Fähranleger, waren es 1965 bereits vier. Die Steigerung der Passagierzahlen von 1963 bis 1970 betrug 248 Prozent, bei der Fracht waren es 1833 Prozent. Seit 1972 hat der S-Kai eine Bahnanbindung.

Die Lübecker Hafen-Gesellschaft davon aus, daß im Jahr 2010 am Skandinavienkai rund 20 Millionen Tonnen umgeschlagen werden. So haben Hansestadt und LHG in der jüngsten Zeit bereits einiges investiert: 1998 wurden zum Beispiel die Anleger eins bis vier für rund 20 Millionen Mark modernisiert. Ende 1998 wurde die Umschlagsfläche um 4,5 Hektar erweitert und ein Jahr später entstand der Anleger sieben A. Eine 15 Millionen Euro teuere Umschlagsanlage für kombinierten Verkehr soll Ende des Jahres fertig sein, zudem ist unter anderem ein Terminal- und Bürogebäude geplant und auf den an den Kai grenzenden Gewerbeflächen Sandfeld (16 Hektar) und Ivendorf (19 Hektar) soll Gewerbe angesiedelt werden.

"Ich sehe enormes Potential für den Hafen", sagt LHG-Aufsichtsratsvorsitzende Gabriele Hiller-Ohm. Um die Belastung für die Umwelt möglichst gering zu halten, setze sie etwa auf moderne umweltgerechte Schiffstechnik, den Terminal für kombinierten Verkehr. "Für die Zukunft brauchen wir einheitliche Umweltstandards in den Häfen. Aber da sind auch die Ostsee-Anrainer gefragt."

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