Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Freitag, 19. Juli 2019

Ausgabe vom 30. April 2002

Eltern fordern Kita in St. Gertrud

Demonstration vor dem Rathaus - Jugendhilfeausschuß berät im Mai

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Demo vor dem Rathaus: Senator Ulrich Meyenborg erklärt, daß die Kita in der erweiterten Dorothea-Schlözer-Schule nicht mehr vorgesehen ist.; Foto: N. Neubauer

Mit Trillerpfeife, Trommel und Rassel haben rund 30 Kinder und deren Väter und Mütter am vergangenen Donnerstag laut-stark gegen die drohende Verlegung der Kindertagestätte Dorothea-Schlözer demonstriert. "Hände weg von unserem Kindergarten", "So nicht, Herr Saxe" und "Rettet meinen Hortplatz" hieß es auf Transparenten und Plakaten.

Vor wenigen Wochen war bekannt geworden, daß die Kita künftig nicht mehr in der Dorothea-Schlözer-Schule untergebracht wird. Denn für das geplante Berufsschulzentrum Gesundheit und Soziales muß die Kindertagesstätte, in der 60 Kinder untergebracht sind, verlegt werden. Doch der vorgesehene Standort, die Kalandschule, paßt den Eltern nicht: Mit der vom jetzigen Standort drei Kilometer entfernten Kalandschule sei die wohnortnahe Betreuung vieler Kinder nicht gewährleistet, kritisieren sie. Die Mütter und Väter fordern deshalb den Erhalt der Kindertagesstätte in ihrem jetzigen Umfang im Stadtteil Alt St. Gertrud.

Die Kindertagesstätte Dorothea Schlözer war zwar auch Thema in der Bürgerschaft, doch entschieden die Mitglieder einstimmig, das Thema im Mai im Jugendhilfeausschuß zu beraten, zudem soll die Verwaltung einen Bericht dazu erstellen.

"Die Proteste sind nicht ganz unberechtigt", sagte CDU-Bürgerschaftsmitglied Michael Koch. Er habe den Eindruck, hier sei ohne Eltern und Politik geplant worden. Es reiche nicht, Eltern zu informieren, sie seien zu beteiligen. Antje Jansen, parteilos, pflichtete Koch bei. Zudem: "Ich sehe die Gefahr, daß nicht alle 60 Elementarplätze mit einem Wechsel in die Kalandschule erhalten bleiben."

Schulsenator Ulrich Meyenborg (SPD) wehrte sich gegen die Vorwürfe: "Niemand wird hier hinters Licht geführt." Auch er habe erst Anfang des Jahres, als die Bauplanung vorlag, erfahren, daß die Kindertagesstätte im erweiterten Bau nicht mehr vorgesehen ist. Falsch sei, daß es sich bei der Kita um eine ausgelastete handele. "Die Nachfrage an der Kalandschule ist größer als an dieser Stelle", so Meyenborg.

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