Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Mittwoch, 18. Oktober 2017

Ausgabe vom 31. März 1998

Verlieren von Wahlen gehört dazu

Von Siegfried Schröder

Bündnis 90 / Die Grünen

Die Grünen haben die Kommunalwahl verloren, sie sind also inzwischen eine "normale" Partei geworden, das Verlieren von Wahlen gehört dazu. Erst einmal das Gute im Schlechten zu suchen, gehört ebenfalls dazu: Die Neonazis konnten aus der Bürgerschaft heraus gehalten werden, keine Partei konnte die absolute Mehrheit erringen und die Grünen in Lübeck haben "nur" ein Mandat verloren.

Aber trotzdem sind uns über 3800 WählerInnen abhanden gekommen, wir haben in Lübeck 2,7 Prozent Stimmen verloren.

Das fordert Erklärungen und Antworten.

In einer durch Energievergeudung ökologisch hoch belasteten Welt muß der Ausstoß von Schadstoffen begrenzt werden. In einer sich sozial polarisierenden Gesellschaft muß mehr gerecht bezahlte Arbeit zu vertretbaren Kosten angeboten werden. Eine höhere Energiebesteuerung - unter anderem bei Benzin - ist ein Lösungsweg für beide Probleme. Die Grünen werden hierüber weiter informieren.

Stammwähler bei der Stange

Nach dem Schröder-Erfolg in Niedersachsen wollte auch Frau Simonis die Grünen in Schleswig-Holstein in die Schranken verweisen: noch vor der Kommunalwahl wurde Umweltminister Steenblock gedrängt, einem A 20-"Kompromiß" zuzustimmen, in dem Natur- und Umweltschutzbelange an die Auto-Lobby verkauft werden. Viele grüne WählerInnen im Lande wußten nicht mehr, warum sie diese Partei noch wählen sollten - sie blieben einfach zu Hause.

In den Lübecker Wahlkreisen zeigt sich für die Grünen: StammwählerInnen konnten auf einem hohen Niveau gehalten werden, Protest- und WechselwählerInnen sind dagegen überdurchschnittlich abgewandert oder gar nicht zur Wahl gegangen.

Einladung zum Gespräch

Lübecker BürgerInnen laden wir zu einem kontinuierlichen Gespräch über die Schwerpunkte einer zukunfts- orientierten Kommunalpolitik ein, natürlich auch über unsere Konzepte für einen Politikwechsel in Bonn oder über bessere Umsetzungsmöglichkeiten für grüne Politik in Schleswig-Holstein. In dieser Zeitung werden wir in Zukunft immer wieder auf entsprechende Gesprächsangebote und Veranstaltungen hinweisen.

Jeder Leser und jede Leserin kann aber auch das Bundestagswahlprogramm und anderes Informationsmaterial bei den Grünen anzufordern.

V.i.S.d.P.:

Hans-Jürgen Schubert

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