Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Donnerstag, 19. April 2018

Ausgabe vom 07. April 1998

Niedrigste Beteiligung seit 1946

Bereich Statistik und Wahlen legt Kommunalwahlanalyse vor

Mit einer Wahlbeteiligung von 57,1 Prozent wurde bei der Kommunalwahl am 22. März 1998 in Lübeck ein Negativrekord erzielt: es ist die niedrigste seit der ersten Bürgerschaftswahl nach Kriegsende im Jahre 1946. Dies geht aus der Wahlanalyse hervor, den der Bereich Statistik und Wahlen am Freitag vorgestellt hat.

Der Rückgang in der Wahlbeteiligung ist in allen Altersgruppen festzustellen. Die Differenzierung nach Männern und Frauen zeigt keine herausragenden Ergebnisse.

Von den in diesem Jahr zum ersten Mal Wahlberechtigten gaben mehr als 50 Prozent ihre Stimme ab. Bei den älteren Jahrgängen hat die CDU deutlich höhere Stimmenanteile gewinnen können.

Die SPD ist dagegen in allen Altersgruppen gut vertreten, lediglich bei den 25- bis 34jährigen hat sie unterdurchschnittliche Anteile. Die Grünen haben bei den älteren Jahrgängen deutlich niedrigere Stimmenanteile. Das Bündnis Rechts für Lübeck (BRL) konnte einen hohen Stimmenanteil bei den 16- bis 24jährigen verbuchen.

Entsprechend den Stimmanteilen in den Wahlkreisen hat die SPD ihre Wahlbezirke mit den besten Ergebnissen in Moisling, Buntekuh und Kücknitz. Die CDU hat ihre besten Wahlbezirke in den Wahlkreisen St. Gertrud und Travemünde. Die Grünen konnten in den Innenstadtwahlkreisen ihren höchsten Stimmenanteil verbuchen. Bündnis Rechts erhielt die höchsten Stimmenanteile in den SPD-Hochburgen Kücknitz und Moisling.

Zum ersten Mal in der Geschichte der Wahlanalysen der Hansestadt Lübeck wurden Ergebnisse der Thomas-Mann-Schule mit aufgenommen. Die Schülerinnen und Schüler führten am Wahltag in 15 ausgesuchten Wahlbezirken eine Nachwahlbefragung durch.

Aus den 1014 ausgewerteten Fragebögen erstellten die Schüler eine Prognose über den Ausgang der Wahl, die nur wenig vom amtlichen Endergebnis abgewichen ist.

Ferner erstellten die Schülerinnen und Schüler aus den abgefragten Daten eine Wählerwanderungsbilanz. Diese ist allerdings aufgrund der Methodik und der kleinen Stichprobe nur begrenzt aussagekräftig; gleichwohl zeigt sie Entwicklungen auf, die unter Berücksichtigung des Endergebnisses plausibel erscheinen.

Diese Bilanz zeigt beispielsweise für die SPD auf, daß sie rund 3 500 Stimmen an die CDU verloren hat, gleichzeitig aber rund 700 Stimmen von den Grünen gewonnen hat. So erklärt sich, daß die Partei trotz Stimmenverluste ihr prozentuales Ergebnis von vor vier Jahren fast halten konnte.

Die Analyse der Bürgerschaftswahl 1998 enthält weitere zahlreiche Übersichten und Analysen. Das Buch ist zu einem Preis von zehn Mark erhältlich beim Bereich Statistik und Wahlen, Kronsforder Allee 2 bis 6, 23539 Lübeck, sowie im Lübeck Info-Zentrum.

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