Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 18. Februar 2019

Ausgabe vom 07. April 1998

Die Projekte in Travemünde

Altbausanierung und Solarcamping - CO2-Emissionen senken

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Schwarze Rußfahnen sorgen für schlechte Luft Foto (m.): C. Vogt-Müller

Die Arbeitsgruppe Sonne innerhalb des Energie-Tisches (ET) in Travemünde hat sich das Projekt "Solarcamping: Erwärmung von Brauchwasser auf Campingplätzen durch Solarenergie" vorgenommen. Interesse an einer Umsetzung haben die Jugendfreizeitstätte auf dem Priwall und der Campingplatz Katt, ebenfalls auf dem Priwall, angemeldet. Derzeit werden sie auf ihre Eignung zur Umrüstung untersucht. Geprüft wird beispielsweise die Dauer der Sonneneinstrahlung, Beschattung durch Bäume oder mögliche Verunreinigung durch Laub. Weitere Daten werden während der Sommermonate erhoben.

Die zweite Projektgruppe hat eine Schwachstellenanalyse an Altbauten vorgenommen. Die Gruppe wählte die Fehlingstraße als eine typische Travemünder Wohnstraße mit überwiegender Altbausubstanz aus. Von 100 Gebäuden wurden 79 vor dem Jahr 1944 gebaut.

Im Weihnachtstrubel des vergangenen Jahres erhielten 100 Bewohner der Straße Fragebögen, mit denen der Jahresverbrauch an Brennstoffen ermitteln werden sollte. 30 Einwohner machten die Befragung mit; davon bekundeten 18 ihr Interesse an Energieein-sparungen, fünf Teilnehmer interessierten sich sogar für Solaranlagen.

Die Auswertung der Energieverbrauchsanalyse hat ergeben, daß die Mehrzahl der Haushalte in der Fehlingstraße überdurchnittlich mehr
Energie verbrauchen als Haushalte in vergleichbaren Gebäuden auf Bundesebene. Welche praktischen Konsequenzen sich aus diesen Ergebnissen für die Hausbewohner ergeben, ist bisher ungeklärt.

Die Minderung der CO2-Emmissionen hat für Travemünde oberste Priorität, um den Status Luftkurort zu erhalten. Das Studentenprojekt "Saubere Luft für Travemünde II" unter Leitung von Prof. Michael Bischoff entwickelte für den Kurort ein Konzept zur Senkung der Schadstoffbelastung. Die Studenten untersuchten Großverbraucher wie das Hotel Maritim und das Aqua Top. Im Maritim wurden die Fassade und die Heizungsanlage als Schwachstellen erkannt. Das Aqua Top verzeichnet hohe Energieverluste durch die großen Fensterscheiben. Möglicherweise könnte sich hier ein Solarprojekt rechnen.

Die schwarzen Rußfahnen, die aus den Schiffsschornsteinen quellen, sind ein Hauptverursacher für Travemündes schlechte Luft.

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