Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Freitag, 20. April 2018

Ausgabe vom 07. April 1998

IM GESPRÄCH

"Die Pluralität erhalten"

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Prof. Erwin Strähle ist Vorsitzender des Fördervereins
Energie-Tisch (ET)Foto: C. Vogt-Müller

Dem Ostseeheilbad Travemünde droht die Aberkennung des Status Luftkurort. Ist das Seebad noch zu retten?

Mit den Projekten allein nicht. Drei Säulen sind von Bedeutung: Heizen, Autoverkehr, der bei schönem Wetter massiv in den Ort einfällt, und die Großschiffahrt als größter Luftverschmutzer. Unsere Arbeit war aber eingegrenzt auf die wärmetechnische Gebäudesanierung. Ob man sich in Zukunft auch mit Verkehr und Schiffahrt auseinandersetzt, muß die zukünftige Runde entscheiden.

Solartechnik ist teuer. Gibt es Fördermittel - und wo kann man sich informieren?

Fördermittel gibt es, doch die Töpfe sind schnell leer. Kreditinstitute oder die Energieagentur in Kiel beraten.

Der ET soll auf Lübeck ausgeweitet werden. Welche Projekte planen Sie?

Das Projekt unabhängige Energieberatung. Anbieter wie Stadtwerke, Ingenieurbüros, Schornsteinfeger und Verbraucherzentralen wollen wir an einen Tisch bekommen und ausloten, wieviel Energieberatung für wieviel Geld zu haben ist. Unser Ziel war, eine unabhängige Institution im Bereich Umweltschutz zu installieren. Doch dort hat die Leitung nicht mitgezogen.

Das klingt frustriert. Hatten Sie keine Unterstützung vom Bereich Umweltschutz?

Die Mitarbeiter der zweiten Ebene waren sehr engagiert. Die Leitung zeigte wenig Power, darüber waren wir unzufrieden. Nach ihrer Meinung sollte nach den sechs Plenarsitzungen Schluß sein. Doch die guten Impulse wollten wir nicht im Sande verlaufen lassen. Deshalb gründeten wir den Förderverein.

Vor einigen Jahren scheiterte schon der Energiebeirat. Was macht Sie beim Energie-Tisch so optimistisch?

Der Energie-Tisch wird die Welt nicht umkrempeln. Wichtig ist, die jetzige Pluralität zu erhalten. Wenn nur noch Leute aus einer Richtung zusammen kommen, ist der Energie-Tisch gescheitert. Aber wenn Travemünde den Titel Ostseeheilbad behält, wäre das ein gute Sache.

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