Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Donnerstag, 15. November 2018

Ausgabe vom 09. Juli 2002

Hilfe mit Blick von außen

Gestaltungsbeirat soll Stadtbild verbessern und Streit vermeiden

Für die Einrichtung eines Gestaltungsbeirats hat sich die Bürgerschaft einstimmig bei drei Enthaltungen am vergangenen Donnerstag ausgesprochen. SPD und CDU hatten gemeinsam einen entsprechenden Antrag eingebracht.

"Wir wollen ein gutes Stadtbild ohne Streit", sagte Ilsabe Förster (SPD). Wenn andere Konflikte lösten, Streit schlichteten, sollten Lübecker froh sein. "In dem Beirat sitzen Architekten und Stadtplaner, die nicht der Stadt angehören", betonte sie, dies sichere die Neutralität eines solchen Gremiums. Der örtliche Denkmalpfleger könne einbezogen werden, sollte aber keine Stimme haben. Wie viele Rechte ihm letztlich eingeräumt werden, könne in der Satzung festgelegt werden. Anders als in Regensburg, wo das Wirken des Gestaltungsbeirats sich auf das Gebiet der Innenstadt beschränke, setzt sie sich für keine derartige räumliche Beschränkung ein: "Uns ist es nicht egal, wie Industriegebiete aussehen. Auch da kann man gestalten", sagte Ilsabe Förster.

"Der Gestaltungsbeirat kann Fehlentwicklungen verhindern", pflichtete Christopher Lötsch (CDU) der Sozialdemokratin bei, er sichere die Qualität der Architektur in Lübeck und verbessere das Stadtbild. Dieses Gremium "hätte uns beim Markt sehr geholfen", so Lötsch.

Ein Gestaltungsbeirat, so heißt es in der Vorlage der Christdemokraten und der Sozialdemokraten, soll als ein unabhängiges Sachverständigengremium die Hansestadt Lübeck bei Bauvorhaben von besonderer städtebaulicher und architektonischer Bedeutung beraten. Die Begutachtung durch diesen Beirat soll zu mehr Planungssicherheit während der Entwicklungs- und Planungsphase von Projekten verhelfen. Darüberhinaus soll das Sachverständigengremium Investoren bei ihren Planungen unterstützen, sofern diese dies wünschen. Zusammensetzen soll sich das Gremium aus nicht ortsansässigen Städteplanern, Architekten und Denkmalpflegern, die die Bürgerschaft auf Vorschlag des Bürgermeisters beruft.

Wenngleich die Grünen einen Gestaltungsbeirat befürworten, kritisierten sie die geplante Zusammensetzung.

Grüne: Beirat mit Lübeckern

"Das Expertinnen-Netzwerk und die BIRL(Bürgerinitiative Rettet Lübeck) hätten wir gern dabei, nicht nur den BDA (Bund der Deutschen Architekten) und die Architektenkammer, auch Leute, die in Lübeck verankert sind", sagte Carl Howe (Grüne). Die Planer- und Architektensicht reiche nicht aus.

Der Antrag der Grünen, in dem sie auch forderten, daß der Beirat öffentlich tagen solle, konnte sich allerdings nicht in der Bürgerschaftssitzung durchsetzen.

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