Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 22. April 2019

Ausgabe vom 07. April 1998

"Alles an seinem Platz"

Podiumsdiskussion über den Umgang mit der Natur in der Hansestadt Lübeck

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Wildes Vorgartenidyll am Nachtigallensteg Foto: C. Przywara

Ist Potsdam ein Modell für Lübeck? Die neue Umweltsenatorin Dr. Beate Hoffmann glaubt das - jedenfalls wenn es um den Umgang mit der Natur in der Hansestadt geht. Naturschützer und Landschaftspfleger in der brandenburgischen Stadt hätten den Konflikt um Wildwuchs oder gepflegte Anlagen gelöst: "Beides - aber alles an seinem Platz." Mit dieser moderaten Aussage besänftigte Hoffmann Gesprächsteilnehmer einer Podiumsdiskussion und Zuhörer gleichermaßen, die am Donnerstag abend im Burgkloster genau an dieser Frage stellenweise heftig aneinandergerieten.

Für die zuweilen aufgewühlte Atmosphäre sorgte der Landschaftsarchitekt Tejo Trüper, der für eine Stadt als gestalteten Lebensraum plädierte. Dazu zählten seiner Meinung nach ebenso die von Menschen geschaffenen Grünzonen wie Stadtpark oder Wallanlagen. "Das sind Kunstwerke und kulturelle Denkmäler", so Trüper.

Die Befürworter des Wildwuchses wie beispielsweise Reinhard Degener vom BUND wollten dagegen weniger Eingriff des Menschen in die Natur; dafür solle dem "Spontanwuchs" mehr Gelegenheit zum Entfalten gegeben werden. Mitdiskutant Heinz Hahne, Bereichsleiter Stadtgrün, nahm diese Anregung durchaus wohlwollend auf; er könne sich sehr gut vorstellen, "Bürger, die etwas ausprobieren wollen, gewähren zu lassen". Er wünsche sich allerdings, so der Fachmann, daß man den Bereich Stadtgrün vorher um Rat fragen würde, denn: "Pflanzen gedeihen nicht überall."

Zugleich forderte Hahne interessierte Bürger auf, sich bei ihm zu melden, wenn sie etwa für ein öffentliches Beet die gärtnerische Pflegeverantwortung übernehmen wollten. "Solche Bürger wünschen wir uns", unterstrich Hahne. Die Podiumsdiskussion fand statt im Rahmen der zur Zeit im Burgkloster laufenden Ausstellung "Wie schön, daß du noch da bist".

Teilnehmer waren die Künstlerin Christa Fischer als Initiatorin, Reinhard Degener vom BUND, Heinz Hahne, Bereich Stadtgrün, und der Landschaftsarchitekt Tejo Trüper. Die Moderation hatte Dr. Wolfram Eckloff vom Museum für Natur und Umwelt.

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