Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 18. Februar 2019

Ausgabe vom 07. April 1998

Theaterporträts

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Saskia von Winterfeld Foto: TL

Klare Vorstellungen: Die Schauspielerin Saskia von Winterfeldr

In dieser Rubrik stellen wir jede Woche ein Mitglied des Ensembles am Theater Lübeck vor. Heute: Die Schauspielerin Saskia von Winterfeld.

"Es gibt viele Traumrollen", beantwortet die erst 28jährige Schauspielerin Saskia von Winterfeld die Frage nach ihrer liebsten Rolle. Am Theater Lübeck, an dem sie seit acht Monaten engagiert ist, ist sie bisher in zwei Rollen aufgefallen: Als Sylvia im "Spiel von Liebe und Zufall" von Marie Vaux und als Kunigunde im "Käthchen von Heilbronn" von Heinrich von Kleist.

Daß dieses Stück vom Publikum kontrovers angenommen wird, ist für die gebürtige Bremerin kein Problem: "Ich bin nicht traurig über Kritik, auch nicht über harte Kritik." Was sie dagegen ein bißchen enttäuscht, ist der schwache Besuch der Vorstellungen. "Vielleicht", sinniert sie, "ist dies auch ein Ausdruck des Stellenwertes, den das Theater ganz allgemein in Deutschland hat".

Wenn Theatermacher und Besucher die Bereitschaft hätten, "aufeinander zuzugehen", dann gäbe es sicherlich eine fruchtbare Diskussion über den Stellenwert des Theaters beispielsweise gegenüber dem Kino oder dem Fernsehen.

Ein Austausch über das Stück oder dramaturgische Vorbereitungen einer neuen Produktion könnten diese "Geisteshaltung", wie sie es nennt, entwickeln helfen; gleichzeitig könnte dies ein Weg sein, insbesondere Jugendliche wieder mehr zum Theaterbesuch anzuregen.

Saskia von Winterfeld hat also klare Vorstellungen von ihrem Beruf, obwohl sie noch nicht zu den "alten Hasen" gehört. Dies mag mit ihrer Zielstrebigkeit zusammenhängen, mit der sie ihren Berufswunsch umgesetzt hat. "Ich wußte schon mit zwölf Jahren, daß ich Schauspielerin werden wollte."

Nach dem Abitur 1989 absolvierte sie von September 1989 bis Dezember 1992 eine Ausbildung an der Schauspiel-Akademie in Zürich. Auf den Geschmack, ihre berufliche Ausbildung im Ausland zu absolvieren, kam sie bereits als Schülerin durch einen einjährigen Aufenthalt in einem Internat in Broadstairs in England.

Im Mai 1993 erhielt Saskia von Winterfeld ihr erstes Engagement an der Landesbühne Wilhelmshaven. Dort blieb sie über ein Jahr, um dann nach Berlin zu ziehen und dort frei zu arbeiten.

Bereits im Mai 1995 war sie wieder fest engagiert, dieses Mal beim Landestheater Tübingen. Von dort wechselte sie schließlich in die Hansestadt Lübeck - beim Theater hat sie seit August 1997 ein Engagement.

Zu ihren bislang wichtigsten Rollen zählen die Desdemona in Shakespeares "Othello", die Yvonne in "Yvonne, die Burgunderprinzessin" und Carol in "Oleanna". Diese Rollen spielte sie während ihrer Zeit in der Bundeshauptstadt Berlin.

In ihrer Tübinger Zeit war sie unter anderem zu sehen als Harper in "Angels in America" (Tony Kushner) und Elisabeth in Schillers "Maria Stuart".

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