Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 23. April 2018

Ausgabe vom 07. April 1998

Statt Kahlschlag alte Flächen nutzen

Bündnis 90 / Die Grünen

Sicherlich haben auch Sie in der Natur ein Paar Lieblingsecken, einen Baum oder ein paar Frühlingsblüten, an denen Sie besonders hängen. Stellen Sie sich nun einmal vor, daß gerade diese Fläche einem Parkplatz weichen soll. So oder ähnlich ergeht es den NaturschützInnen unserer Stadt ständig.

Bisher können die Grünen mit ihren wenigen Stimmen gegen SPD und CDU nur eine Meinung zeigen, keinen Schutz erreichen. So wurde kürzlich am Skandinavienkai eine großflächige Erweiterung vorgenommen, bei der unter anderem 50 alte Bäume starben. Die schöne windschiefe Allee nach Travemünde soll auch dem Haufenausbau weichen. Noch ist die Fällgenehmigung nicht erteilt. Wir hoffen auf Wunder, denn für gewöhnlich geht Wirtschaft vor Naturschutz.

Tunnel statt Allee

Die Möglichkeiten, Planungen aufgrund der natürlichen Gegebenheiten zu machen, scheint den Ingenieuren zu schwierig. Floskeln über Arbeitsplätze und Finanzen sind die Argumente für Kahlschlag.

Aber: Als Ersatz für 200 alte Bäume wären etwa 1000 junge Bäume zu pflanzen mit Kosten von etwa 350 000 Mark. Das Bahngleis müßte für den Hafenausbau verlegt werden mit Kosten von weit über zehn Millionen Mark. Für das Geld kann man schon einen kleinen Tunnel bauen und die Allee bleibt uns noch mindestens 20 Jahre erhalten - und wenn noch Geld dabei übrig ist, könnten Stellen geschaffen werden.

Dramatischer ist aber der Plan, die Teerhofsinsel in eine kahle Hafenfläche zu verwandeln. Hier gib es auf dem ehemaligen BGS-Gelände ein wahres Naturparadies.

Nicht gegen Hafenausbau

Die abwechslungsreiche Landschaft bietet Lebensraum für viele bedrohte Arten. So finden sich neben vielen Besonderheiten bei den Pflanzen auch die seltenen Vögel, die den nahen Schellbruch zum Vogelschutzgebiet machen.

Wir sind nicht gegen einen Hafenausbau, aber die Planer sollten berücksichtigen, daß die letzten Bauareale dringend benötigt werden, damit nicht noch mehr Lebewesen aussterben.

Alte Flächen nutzen

Es sollten zuerst alte Industrieflächen an der Trave wieder genutzt werden. Erst dann darf darüber nachgedacht werden, ob man noch intakte Natur überplanen darf.

V.i.S.d.P.: Antje Jansen

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