Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Donnerstag, 20. Juni 2019

Ausgabe vom 29. Oktober 2002

Editorial

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Im Dach des Rathauses klafft ein Loch. Der Sturm, der in der Nacht von Sonntag auf Montag über die Bundesrepublik fegte, hat kurzerhand, weil eben Naturgewalten nicht Halt machen vor Bürgermeistern, einen Teil des Daches abgedeckt und ein Loch von knapp drei mal drei Meter gerissen.

Man stelle sich das vor: Bürgermeister und Stadtpräsident sitzen mit zerzausten, vom Winde verwehten Haaren vor ihren naßgeregneten Akten. Kastanienblätter und Notizzettel wirbeln um ihre Köpfe, während sie versuchen, ihre Geschäfte zu erledigen.

Nein, so ist es wohl nicht. Wir müssen uns weder um die Gesundheit der Rathausbediensteten sorgen noch um die Geschäfte, die unter den beschriebenen Umständen wohl nur mangelhaft zu bewerkstelligen wären. Finanziell ist es noch nicht soweit gekommen, daß die Hansestadt bei einem solchen Fall nicht den Dachdecker bezahlen könnte. Gleich in der Früh am Montagmorgen wurden die Handwerker alarmiert. Die Rathausmitarbeiter sitzen also längst im Trockenen.

Aber eines dürfte ja wohl dasWetter dem letzten Träumer in Windeseile klargemacht haben: Der Sommer kommt nicht wieder. Also, warm anziehen und die Vorzüge der kalten Jahreszeit genießen - denn die gibt es tatsächlich. Glühwein schmeckt schließlich nicht am Strand in der prallen Sonne, meint Ihre SZ-Redaktion

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