Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 17. Juni 2019

Ausgabe vom 12. November 2002

Neue Heimat für Amphibien

Lübeck kauft und gestaltet in Ratekau Ausgleichsflächen für den Skandinavienkai

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Ratekaus Bürgermeister Peter Brückel (r.) und Lübecks Bausenator Dr. Volker Zahn sind zufrieden mit den Plänen; Foto: M.Erz

Die Hansestadt Lübeck ist jetzt Großgrundbesitzerin in Ratekau. Mit einem Kauf von 75 Hektar Land in der Nachbargemeinde schafft sie Ausgleich für den Ausbau des Skandinavienkais in Travemünde.

Auf einer bislang überwiegend landwirtschaftlich genutzten Fläche in Ovendorfer Hof wird auf Kosten der Hansestadt in den nächsten Jahren ein hochwertiges Biotop entstehen. Insgesamt wendet Lübeck dafür rund 2,5 Millionen Euro auf.

Hintergrund: Beim Ausbau des Skandinavienkais werden auf 35 Hektar zwei neue Gewerbegebiete entstehen, die einen Eingriff in die bestehende Naturlandschaft darstellen. Obwohl die Hansestadt mit 21 414 Hektar eine der größten Flächenstädte in Deutschland ist, kann sie die gesetzlichen Ausgleichverpflichtungen nicht mehr ohne Hilfe ihrer Nachbarn erfüllen. "Wir stoßen längst an unsere Entwicklungsgrenzen", sagte Zahn bei der Vertragsunterschrift in Ratekau am vergangenen Mittwoch.

Auch Ratekau profitiert von dem Vertrag. "Viele Ratekauer arbeiten auf dem Skandinavienkai", erläuterte Bürgermeister Peter Brückel die Gründe für die Kooperation. Die im Vertrag festgeschriebenen biotopfördernden Maßnahmen erhöhten zudem den "Wohnwert und den Landschaftswert unserer Gemeinde" wesentlich. Das Ausgleichsflächenvorhaben Lübecks passe daher ausgezeichnet zu den umweltpolitischen Zielen der kleinen Landgemeinde.

Die Hansestadt Lübeck hat sich verpflichtet, umfangreiche Maßnahmen durchzuführen:

*Anlage eines Baches mit typischen, flachen Ufersäumen und Schwarzerlenbepflanzung.

*Anlage zweier großer Teiche mit vielgestaltigen Ufern und Gehölzen sowie besonnter Bereiche für Amphibien.

*Renaturierung der vorhandenen Kleingewässer durch Anhebung des Wasserstandes, Anlage von Pufferstreifen und Pflanzung von Kopfweiden.

*Wiederherstellung großer, feuchter Senken durch Aufnahme der Dränagen auf mehr als 26 Hektar Fläche.

*Anlage von mehr als 600 laufende Meter Kleingehölzen, sogenannten "Knicks".

*Anpflanzung von Einzelbäumen, Baumgruppen und Feldgehölzen.

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