Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 21. Mai 2019

Ausgabe vom 11. Februar 2003

"Mein erstes Mal mit 16"

Erstwählerkampagne zur Bürgerschaftswahl - Diskussion in Schulen

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Von links: Mirko Schultz (Julis), Stefan Treu (Stadtjugendring), Oliver Fraederich (JU), Jan Lindenau und Dennis Meironke (beide Jusos) und Lennart Krüger (Stadtparlament);Foto: N. Neubauer

Das kommt nicht alle Tage vor, daß Parteien gemeinsam Wahlkampf machen. In Lübeck schon, Dank der Nachwuchsorganisationen, die eine Erstwählerkampagne mit dem Titel "Mein erstes Mal mit 16? - Warum nicht?" ins Leben gerufen haben. Am vergangenen Donnerstag stellten Vertreter der Jungen Union (JU), Jusos, der Jungen Liberalen (Julis), des Jugendrings und des Stadtparlaments sie der Presse im Rathaus vor.

"Die Idee dazu ist geboren aus den Erfahrungen der Kommunalwahl 1998", erläuterte Jan Lindenau von den Jusos den Hintergrund. Damals habe sich gezeigt, daß das Bild vom politikverdrossenen, desinteressierten Jugendlichen eine Mär ist: Eine Broschüre der WIR-Fraktion für Erstwähler fand reißenden Absatz. "Das Informationsbedürfnis ist groß", schloß Lindenau daraus. "Politik ist in der Schule kaum Thema - noch weniger Kommunalpolitik", kritisierte Mirko Schultz (Julis), dabei sei es wichtig, über die Bürgerschaft und ihre Aufgaben zu informieren. "Demokratie sollte etwas sein, womit sich Schüler beschäftigen", so auch Oliver Fraederich (JU).

Dem Informationsbedürfnis wollen die Macher der Kampagne nun begegnen und Erstwähler animieren, am 2. März wählen zu gehen. Und das sind nicht wenige: Wie der Bereich Statistik und Wahlen der Hansestadt Lübeck angibt, sind rund 9500 aufgerufen, erstmalig zu wählen, rund 3300 von ihnen sind 16 Jahre alt. Mit Blick auf die schwindenden Mitglieder in den politischen Nachwuchsorganisationen will das überparteiliche Team Jugendliche auch animieren, nach der Wahl in der Kommunalpolitik mitzumischen.

Die Kampagne besteht aus drei Teilen: Eine Broschüre klärt Fragen wie "Dein erstes Mal mit 16 -Warum nicht?", "Was heißt hier Politik?" und "Wo kommt die Bürgerschaft her?". Sie ist in einer Auflage von 5000 Exemplaren erschienen und wird seit gestern in Schulen und Jugendzentren verteilt. Außerdem informieren 13 Internetseiten ( http://www.buergerschaftswahl2003.de ), sie enthalten unter anderem Parteiprogramme. Darüberhinaus bieten die Nachwuchspolitiker einen Service für Schulen an: Lehrer und Lehrerinnen können vom 17. Februar bis zum 21. Februar überparteiliche Podiumsdiskussionen beim Jugendring unter der Rufnummer 7 88 50 buchen. Das heißt mindestens zwei Kandidaten unterschiedlicher Parteien - die der politischen Nachwuchsorganisationen - stehen Schülern und Schülerinnen Rede und Antwort. Siehe Seite 2

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