Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Dienstag, 20. August 2019

Ausgabe vom 21. April 1998

Ohne Geld zum eigenen Heim

Bebauungsplan für eine Gruppenselbsthilfemaßnahme ist aufgestellt

Im Stadtteil Moisling sollen im Rahmen einer sogenannten Gruppenselbsthilfemaßnahme finanzierbare Einfamilienhäuser im Bereich des Sozialen Wohnungsbaus entstehen. Der Bebauungsplan für dieses Baugebiet mit rund 75 Wohneinheiten, das auf einer plateauartigen Fläche südlich des Trave-steilhanges im Bereich Pennmoor/
Niendorfer Straße liegt, wurde jetzt aufgestellt und veröffentlicht. Die Maßnahme wird finanziert durch Fördergelder nach dem Wohnungsbauprogramm des Landes Schleswig-Holstein.

Das Besondere an dieser Maßnahme ist, daß die zukünftigen Hausbesitzer über kein Eigenkapital verfügen müssen. Stattdessen übernehmen sie einfache Arbeiten wie Mauern, Zimmermannsarbeiten oder Verschalungen. Angeleitet werden die Bauherren von vier Architekten, die die Häuser für diese Wohnsiedlung gemeinsam entworfen haben. Die Architekten führen auch Buch über die ausgeführten Arbeiten.

Nach den Richtlinien des Deutschen Siedlerbundes und den Förderbestimmungen der Investitionsbank Schleswig-Holstein kommen für Gruppenselbsthilfemaßnahmen dieser Art ausschließlich Bewerber in Frage, die die Bedingungen des Sozialen Wohnungsbaus erfüllen.

Laut Bernhard Schulenburg vom Bereich Stadtentwicklung ist in Lübeck die Nachfrage nach solchen Einfamilienhäusern in besonders hohem Maße vorhanden. Deshalb ist der Kreis der Interessenten für die geplante Wohnsiedlung in Moisling bereits recht groß; einige Wohneinheiten sind aber noch zu haben. Interessenten sollten sich umgehend an den Bereich Stadtentwicklung, Mühlendamm 10 bis 12, 23552 Lübeck, Telefon 12-26 131 (Herr Schulenburg) oder an die Investitionsbank Schleswig-Holstein, Beratungszentrum Lübeck, An der Untertrave 103, 23552 Lübeck, Telefon 799 860 (Herr Nörenberg) wenden.

Es ist vorgesehen, die hinter den Grundstücken an der Niendorfer Straße liegende Baufläche durch eine sich an diese Grundstücke unmittelbar an-schließende Erschließungsstraße und Angerfläche eindeutig von der Altbebauung abzusetzen.

Von der Haupterschließung gehen nach Norden in die Landschaft vier
heckenbegrenzte, befahrbare Wohnwege aus, an denen die ein- bis zweigeschossigen Häuser als Doppelhäuser beziehungsweise Reihenhäuser angeordnet sind. Um die Siedlungs- und Verkehrsdichte verträglich zu halten und ein Mindestmaß an Landschafts- und Gartenflächen zu sichern, ist die Anzahl der Wohneinheiten pro Gebäude auf zwei beschränkt.

Der Landschaftscharakter ist geprägt durch Acker- und Weideland, das eingefaßt ist durch Knicks und Kleingehölze mit teilweise waldartigem Charakter am Traveabhang, in der Moislinger Au und im Christinental. Das eigentliche Baugebiet wird an seiner Nordwestgrenze durch einen baumbestandenen Knick begrenzt und an der südlichen Grenze durch die Laub- und Obstbaumkulturen der Hausgärten an der Niendorfer Straße. Rahmenbedingungen für die Häuser sind die Kostenobergrenze von maximal 1950 Mark pro Quadratmeter Wohnfläche beziehungsweise Gesamtkosten von 180 000 Mark sowie die Wohnflächengröße von 85 Quadratmetern für einen Vier-Personenhaushalt und einer Grundstücksgröße von maximal 400 Quadratmetern. Die Förderung beträgt je nach Einkommen der Bauherren zwischen 65 000 und 105 000 Mark.

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