Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Freitag, 19. April 2019

Ausgabe vom 21. April 1998

Projekt "Not-Telefone" kommt ins Rollen

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V.l.: Bold, Falk, Pohl-Laukamp, Molge; Foto: C.Przywara

In den 165 Bussen der Stadtwerke werden seit Ende vergangener Woche poppige Schilder geklebt, die auf Not-Telefone in der Stadt aufmerksam machen. 2400 Mark haben die Aufkleber den Kriminalpräventiven Rat der Hansestadt gekostet. Die Stadtwerke unterstützen die Aktion, indem sie die Flächen, die sonst als kommerzielle Werbefläche genutzt würden, zur Verfügung stellen.

Durch die Notruf-Schilder sollen möglichst viele Bürger, insbesondere von Gewalt betroffene Frauen und Kinder, aber auch Menschen in Krisensituationen, über Hilfsangebote informiert werden.

"Viele Vergewaltigungsopfer werden nach der Tat weiterhin bedroht, trauen sich aber nicht, sich direkt an die Polizei zu wenden", erklärte Sozialsenatorin Dagmar Pohl-Laukamp bei der Vorstellung der Schilder. Wenn die Notrufnummern bekannter würden, könne vielleicht ein wenig Licht in dieses Dunkelfeld gebracht werden.

"Die Telefonnummern sind vor allem für akute Notfälle gedacht", erläutert Katrin Molge vom Notruf e.V., die die Aktion im wahrsten Sinne des Wortes ins Rollen gebracht hat. Die acht auf den Aufklebern aufgelisteten Institutionen respektieren die Anonymität der An-

rufer: Kinder- und Jugendnotdienst, Kinderschutzzentrum, Telefonseelsorge, Autonomes Frauenhaus, Anonyme Drogenberatung, Aidshilfe, AWO Frauenhaus und Notruf für vergewaltigte Mädchen und Frauen. "Die Mehrzahl der Fahrgäste sind Mädchen, Frauen und Jugendliche", so Thomas Bold von den Verkehrsbetrieben, "die meisten davon Stammkunden." Die Busse seien ein gutes Medium, den Bekanntheitsgrad der Nottelefone zu steigern.

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