Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Freitag, 19. April 2019

Ausgabe vom 21. April 1998

Historisches Beziehungsdrama

"Käthchen von Heilbronn" wird nur noch zweimal aufgeführt

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"Käthchen von Heilbronn": am Wochenende zum letzten Mal; Foto: TL

Das "Käthchen von Heilbronn" wird nur noch zweimal die Bretter des Großen Hauses im Theater Lübeck betreten. Das zum Teil kontrovers vom Publikum aufgenommene Ritterschauspiel von Heinrich von Kleist in der Inszenierung von Andreas von Studnitz steht am Sonnabend 25. April, 19.30 Uhr, und am Sonntag, 26. April, 16 Uhr, auf dem Spielplan.

Das große historische Ritterschauspiel um die Liebe zwischen einem Bürgermädchen und einem Grafen gehört zum schönsten deutscher Dichtkunst.

In närrischer Ergebenheit, scheint es, folgt das Bürgermädchen Käthchen dem Grafen Friedrich Wetter vom Strahl auf Schritt und Tritt. Doch in Wahrheit ist es tiefe innige Liebe, die das Käthchen nicht von des Grafen Seite weichen läßt. Für ihn hat sie ihr Elternhaus verlassen, ihm gilt ihr Leben, für ihn geht sie ins Feuer, nur ihn will sie zum Mann.

Doch dem Grafen vom Strahl ist die ungebetene Gefährtin lästig. Denn ihm wurde im Traum eine Kaiserstochter zur Frau versprochen. Und das kann nur Kunigunde von Thurneck sein. Erst als diese rachsüchtig nach Käthchens Leben trachtet, erkennt der Graf das edle Wesen des Käthchens von Heilbronn. Kleists sarkastische Auseinandersetzung mit der Aufklärung, mit dem Christentum und mit der Staatsgewalt, war damals nicht oppertun. Aber genau in Kleists Multiperspektive liegt seine Modernität.

Das von Andreas von Studnitz als Beziehungsdrama - ein Mann zwischen zwei Frauen - inszenierte Stück ist sehr unterschiedlich vom hiesigen Publikum aufgenommen worden.

Wer sich bisher kein eigenes Urteil zu dem Ritterschauspiel bilden konnte, hat dazu am kommenden Wochenende die letzte Gelegenheit.

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