Stadtzeitung Lübeck

Herausgegeben von der Hansestadt Lübeck

Montag, 19. August 2019

Ausgabe vom 21. April 1998

Streit ums liebe Geld

Vortrag über soziale Konflikte in Hansestädten

Über Geldpolitik und soziale Konflikte in Hansestädten am Vorabend der Reformation wird am Dienstag, 28. April, 20 Uhr, Dr. Matthias Puhle im Kapitelsaal des Burgklosters einen Vortrag halten. Der Leiter der Kulturhistorischen Museen Magdeburgs ist historisch interessierten Personen bekannt durch sein Buch "Die Vitalienbrüder. Klaus Störtebeker und die Seeräuber der Hansezeit".

Das späte Mittelalter ist durch eine Reihe von Krisenphänomenen gekennzeichnet, die nach Meinung vieler Historiker der ganzen Epoche den Stempel aufgedrückt haben. In diesem Zusammenhang ist häufig auch von der Geldkrise des Spätmittelalters die Rede. Gemeint sind damit die Geldverschlechterungstendenzen in den städtischen Münzstätten, deren Ursachen einerseits die durch die Krise des Bergbaus verursachte Edelmetallverknappung, und andererseits die Absicht der Münzherren, sich zu bereichern, waren.

Die Städte betrieben in der Regel keine einheitliche Münzpolitik. Es war vielmehr möglich, daß zwei nicht weit voneinander entfernt liegende Städte völlig entgegengesetzte geldpolitische Maßnahmen ergriffen.

Es ist hierbei auffällig, daß die Städte, die Geldverschlechterungen durchführten, mit ihren Maßnahmen Nachbarstädte mit eigener stabiler Währung in Bedrängnis brachten, da das schlechte Geld das gute verdrängte und die stabilitätsfördernde Politik häufig die eigene Bevölkerung in soziale Bedrängnis brachte.

Besonders gegen Ende des 15. Jahrhunderts ist in den Städten des späten Mittelalters eine Reihe von münzpolitisch motivierten Aufständen zu verzeichnen.

Ihre Charakteristika sind Inhalt des Vortrags, wobei der Zusammenhang zwischen der Münzpolitik und deren sozialer Auswirkung als revolutionsförderndes Moment herausgehoben werden soll. Der Vortrag ist Teil der Reihe "Handel, Geld und Politik".

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